(Big Scary Monsters/Alive)

Mit ihrem zweiten Album verlagern GNARWOLVES ihren Sound vom ruppigen und harten Punksound in den Bereich Pop-Punk. Und auch wenn sich bei "Outsiders" Referenzen wie Placebo oder Weezer ausmachen, dürften die Fans erster Stunde sich zufrieden zeigen, denn der neue Sound steht der Band außerordentlich gut.

Als Vorbote zu "Outsiders" erschien bereits vor einigen Tagen das Musikvideo zum Opener 'Stritjacket'. Der Track kann durchaus als representativ für den 2017er Sound Marke GNARWOLVES angesehen werden:

Das klingt doch verdammt noch mal nach Skateboard, Sommer, Grillen und Dosenbier. Nicht zuletzt dank des überraschend cleanen Gesanges, den man in dieser Form noch nicht bei GNARWOLVES gefunden hat. So liefert "Outsiders" eine ganze Reihe an potentiellen Tracks für den nächsten Tony Hawk Soundtrack. 'Wires' oder 'Car Crash Cinema' wären dafür nur zwei von sieben Beispielen.

Neben dem Gesang, fällt aber auch das Songwriting und die Produktion im Vergleich zu früheren VÖs auf. Auch hier hat die Band scheinbar die nächste Qualitätsstufe betreten. Die Produktion passt. Man verzichtet auf ein gewisses Maß an Rumpeligkeit und stellt vor allem die Songwriterqualitäten in den Fokus. Die ganze Platte wird zudem im High-Speed Tempo durchgezockt, was einfach verdammt viel Spaß macht, aber auch den Vorwurf der Beliebigkeit zulässt.

Zum Ende der Platte gibt es dann aber doch noch drei Songs, welche durch eine Variation im Sound herausstechen. Da ist zum einen das Weezer-hafte 'Talking To Your Ghost', welches so genial klingt, dass das Weezer-Fanherz in grün und blau erstrahlt. Zum anderen gibt es dann noch den Track 'Channeling Brian Molko', welcher sich als augenzwinkerndes Rip-Off des Placebo Evergreens 'Nancy Boy' herausstellt. Nach dieser ganzen Wagenladung an Pop-Punk-getränkten-Drei-Minütern reibt man sich dann am Ende nochmals verwundert die Augen, wenn einen GNARWOLVES über sieben Minuten mit 'Shut Up' zur Tür hinaus begleiten.

ALBUM-VÖ: 05.05.2017