(Rookie Records/Indigo)

Auch anno 2017 hält das Trierer Gespann an seiner Veröffentlichungspolitik fest und serviert, im regelmäßigen Abstand von zwei Jahren, eine neue fesche Platte. So erscheint mit "Nichts ist neu" das bereits vierte Studio Album seit 2011. Tatsächlich ist darauf nichts wirklich neu und LOVE A bleiben sich treu.

'Nichts ist leicht', die erste Single Auskopplung, eröffnet mit typischem Band Sound und gewohnt charismatisch vorgetragener Kritik. "Aber es ändert sich so gar nichts und es macht alles keinen Sinn. Und ich änder mich so gar nicht, weil das überhaupt nichts bringt!"
Mit 'Nachbarn 2' knüpft man im Anschluss gar an den Erstling "Eigentlich" an. Stilistisch hat sich im direkten Vergleich der beiden dann aber doch so manches verändert. Wesentlich smarter und tiefgründiger kommt das Ganze daher. "Wir wollen Täter und Opfer sein. Wollen zu zweit und doch alleine sein. Wollen das der Tag zu Ende geht, aber nicht das sich die Zeiger drehen."
Es folgen mit 'War klar', 'Die Anderen' und 'Unkraut' die Politik, als auch die Gesellschaft im allgemeinen, abwatschende Songs im poppigen Gewand, welche gerade durch ihre Eingängigkeit und den latent freundlichen Sound umso drückender wirken. "Arschloch Mensch, hörst Du es auch? All das Blut, das ist Dein Applaus." 

Photo by Andreas Hornoff

Es geht weiter mit den Irrungen des Einzelnen, den Sonderlingen, bis hin zu den Wirrungen der breiten Masse, welche mehr Risse und Kanten benötigt. "Und der Löwenzahn haut weiter seinen Kopf durch den Asphalt und der Deutsche ist wie immer unzufrieden." 
Und schon ist man bei Song zehn, 'Monaco', angelangt und hat drei Viertel des Albums hinter sich gelassen. Voran genannter Song wartet mit einem schmissigen Beat auf, stellt für mich aber den belanglosesten Track der Platte dar.
Das anknüpfende 'Weder noch' hingegen ist eine wunderbare Nummer, welche allen Vorverurteilern und Stimmungsmachern Paroli bietet. "So bildet sich ein jeder ein, dass alles wahr ist, was er denkt. Obwohl ein jeder nur den eigenen Wahnsinn kennt."
Mit dem Schlussstück 'Verlieren' findet "Nichts ist neu" dann einen gebührend fatalistischen Abschluss und lässt eine große Hoffnung aufkeimen, dass wir in zwei Jahren zumindest ein weiteres LOVE A Album kriegen. "Am Ende des Tages sind wir alle gefickt, denn was wir wollen kriegen wir nicht." 

Gewohnt stark!

Album-VÖ: 12.05.2017