(Columbia / Sony)

Ich:„Hör mal das hier?“
Er:„Klingt als würden Morrissey und Peter Hook etwas von den Shout out Louds covern.“
Ich: „Die Umschreibung ist nicht schlecht, verwende ich in meiner Rezension.“
Er:„Und wer ist das?“
Ich: „Die Überreste von No Doubt mit dem Sänger von AFI.“
Er: „Dafür klingt es aber scheiße.“
Ich: „Und das war der beste Track vom Album.“

Der Dialog drehte sich um die erste Single, 'Kill For Candy', von DREAMCAR. Wer jetzt einen akustischen Eindruck vom Klang dieser „All-Star-Band“ haben möchte, der klickt am besten einfach mal auf das hier verlinkte Video:

Wer jetzt noch am Ball ist, hat vermutlich keine Allergie gegen Synthesizer, New Wave und 80er Jahre Pop. Alles Zutaten, denen ich ebenfalls etwas abgewinnen kann, aber auf dem selbst betitelten Debüt-Album von DREAMCAR will das Rezept zu diesem Gericht einfach nicht aufgehen. 'Kill For Candy' funktioniert zwar und auch der Album-Opener 'After I Confessed' geht hörbar in Ordnung. Aber dann wird es schon mau. Jeder Track des Albums ist dermaßen mit Synthiesoße überzogen, dass man durchaus Bands der Marke Duran Duran in den Referenzen anführen kann.

Eine weitere sich aufdrängende Referenz wären The Killers. Aber leider zu dem Zeitpunkt als sie bereits durch "Sam's Town" durchgeritten waren und mit "Day & Age" die Musikkritiker vergraulten. Zugestehen kann man DREAMCAR, dass es ihnen gelingt, einen durchaus tanzbaren Sound zu inszenieren. "Es erinnerte mich an die frühen Tage von No Doubt, als wir in einer Orange County Garage jammten", erinnert sich Gitarrist Dumont. "Wir haben das gleiche Gefühl der Freiheit gefühlt. Es gab kein Label, keine Manager, keine Agenten und keine Roadies."

"Für gut 1 ½ Jahre haben wir einfach nur Musik gemacht", fügt Bassist Kanal hinzu. "Wir hatten die Gelegenheit, wieder eine neue Band zu werden. Das ist eine ganz besondere Sache dieses zu tun. Wir haben einfach Musik gemacht, um Musik zu machen.“

Wenn man sich diese Statements so anhört, muss es ja fast schon eine Qual gewesen sein, den Ska-Poprock der frühen No Doubt auf die Bühnen zu bringen. Man könnte jetzt also ein Fazit ziehen und sagen, die Zeiten von No Doubt sind eventuell vorbei und mit DREAMCAR gibt es jetzt ein neues Kapitel. Aber wenn man ganz ehrlich ist, beinhaltete auch das 2012'er No Doubt Comeback Pop Album "Push And Shove“ einige Nummern, die ebenso auf dem DREAMCAR-Album hätten sein können. Jedoch haben die mit Gwen Stefani am Mic deutlich besser funktioniert.

Album-VÖ: 12.05.2017