(Holy Roar Records/Alive)

Liebe Gestromt-Fans der ersten Stunde, wem das hier in den letzten Wochen und Tagen zu seicht wurde (Irgend so ein Songwriter-Kram als "Scheibe der Stunde" – also bitte, doch nicht auf Gestromt), dem schaffe ich hier und jetzt Abhilfe. EMPLOYED TO SERVE servieren mit "The Warmth Of A Dying Sun“ genau die zehn Arschtritte die Ihr Euch verdient habt.

EMPLOYED TO SERVE sind so etwas wie die Working-Class Helden im Genre des Hardcore. Work, Work, Work hieß es in den letzten Jahren für die junge Band. Unzählige eigene Shows, Support-Jobs bei Genregrößen wie Rolo Tomassi, Black Peaks und Mare entwickelten die Band zu eben jenem selbstbewussten Metal-Quintett, welches sich nun anschickt ein solch aggressives und kompromissloses Album auf den Markt zu bringen, wie man es heute nur noch selten findet. Als Gradmesser für den Sound von "The Warmth Of A Dying Sun" kann man getrost den Track 'Good For Nothing' anführen:

Als Einflussgeber für das Songwriting des neuen Albums nennt die Band u.a. Deftones, Will Haven, Botch und Cult Leader. Ich würde die Referenzliste gerne noch durch Converge, TDEP und Curl Up and Die erweitern. Und wenn man den ersten Song-Dreier des Albums hinter sich gebracht hat, stimmt Ihr mir sicher zu. Speed, Härte, Songkonstrukt, das passt hier. Dazu die heiser vorgetragenen Lyrics von Sängerin Justin Jones, welche hier über Sinnleere und Teenage Angst philosophiert. Und bevor so etwas wie Langeweile aufkommt, setzen ETS mit dem ganz wunderbaren 'Lethargy' einen so nicht erwartbaren Top Song, samt hymnischem Gesang, um dann nach zwei Minuten ein erneutes Brachial-Feuerwerk zu zünden. Mit 'I Spend My Days (Wishing Them Away)' folgt ein weiterer Track, der sich eine Singleauskopplung samt Video verdient hat:

Anschließend tragen einen die Speed-Gitarren durch 'Never Falls Far', bevor man endlich den Titeltrack des Albums entgegengeschleudert bekommt. Und hier versteckt sich hinter dem Instrumentengeprügel eine fast sschon harmonisch anmutende Melodie, die dafür sorgt, dass ETS nach vier Minuten mal kurzzeitig vom Gas gehen und dem Song noch ein, zwei weitere Ebenen verpassen. Definitiv ein Highlight des Albums und ein Indiz für den Facettenreichtum der Band. Danach heißt es wieder mit Vollgas durch die Hölle, bevor das abschließende 'Apple Tree' die Band nochmals von einer ganz anderen Seite zeigt. Fast schon Progrock und Zeit zum Stimme ölen für Sängerin Jones.

Album-VÖ: 19.05.2017