(MIG/ Indigo)

Der skandinavische Retro-Zug wird/ will scheinbar niemals stoppen und hat mit SIENA ROOT neue Fahrgäste an Bord, die 70s-Root-Rock mit einem feinen Händchen für Melodien verbinden können, um die Essenz aus dem Genre herauszupressen. Wobei, so neu ist der Fünfer aus Stockholm auch nicht mehr - nur der Posten des Sängers wurde neu besetzt. "A Dream Of Lasting Peace" ist nämlich das mittlerweile siebte Album (einschliesslich eines Live-Dokuments) der Schweden.

Der Einsteiger 'Secrets' zeigt schon einmal auf, was einen auf "A Dream Of Lasting Peace" erwarten wird - schön positiv besetzter, bluesiger Rock, der die Vergangenheit ins Hier und Jetzt transportiert. Die Orgel jault dazu und zaubert einem ein fettes Grinsen ins Gesicht, sofern man sich auf diese Art der Heldenverehrung einlassen möchte.

Die 70er stehen Pate und wer auch heutzutage etwas mit Led Zeppelin, Deep Purple oder Creedence Clearwater Revival anfangen kann, darf sich beglückwünschen, dass er/sie SIENA ROOT entdeckt hat. Eine sehr energiegeladene Umsetzung, die mal wie eine Jam-Session klingt ('Tales Of Independence'), dann wunderbare Melodien entwickelt ('Sundown') oder ausufernd dazu verführt, genüsslich an einem Joint zu ziehen ('The Piper Won't Let You Stay').

SIENA ROOT gehen wirklich zurück zu den Wurzeln und verweigern sich neumodernen Standards - dies führt dazu, dass "The Dream Of Lasting Peace" wie aus der Zeit gefallen wirkt und gerade dadurch eine enorme Wirkung entfaltet. Songs wie das instrumentale 'Growing Underground', das rockige 'No Filters' oder das epische Finale 'The Echoes Unfold' sind nichts für Jedermann, sondern für Menschen, die die Entwicklung der heutigen Rockmusik an einem aktiven Geschichts-Beispiel nachvollziehen wollen. Oder die Zeiten von Woodstock vermissen. 🙂

 Siena_Root_Photo_courtesy_of_MIG

Siena Root Photo courtesy of MIG

SIENA ROOT überzeugen in dem was sie tun. "The Dream Of Lasting Peace" ist zeitlos und überzeugt durch ein feines Tribut an die 70er-Rock-Dekade. Dies ist ein Album, was man nicht Jedem empfehlen kann, aber Rockfans mit dem richtigen Fünkchen an Musikverständnis begeistern könnte.

Album-VÖ: 26.05.2017