(Bird Attack Records/ Cargo Records)

AUTHORITY ZERO sollte jedem ein Begriff sein, der sich auch nur ein Fitzelchen für das Genre des Punkrock interessiert. Seit mittlerweile über 20 Jahren schafft es Gründungsmitglied und Sänger  Jason DeVore verschiedene Elemente wie SkatePunk, Ska und MelodyCore zu erstaunlich eingängigen Hits zusammenzubauen. Durch die stetigen Besetzungswechsel wurden jeweils neue Einflüsse verarbeitet und fand schliesslich in "The Tipping Point" von 2013 seinen künstlerischen Höhepunkt.

Nun gibt es vier Jahre später endlich einen Nachfolger. Das sechste Studioalbum schimpft sich "Broadcasting To The Nations", wurde in den Blasting Room Studios produziert und stellt wieder mal zwei neue Musiker an Gitarre und Drums vor. Mit Bird Attack Records wurde ein Label gefunden, welches konzeptionell den DIY-Gedanken vor sich her trägt und die nächsten Wochen durchstarten wird, da neue Alben von Guttermouth und 88 Fingers Louie in der Pipeline sind - AUTHORITY ZERO sind also in sehr bester Gesellschaft.

Der Opener ist passenderweise mit 'First One In The Pit' betitelt und ballert nach kurzem Intro mächtig los - leichte Hardcore-Kante, die den aggressiven und trotzdem positiven Uptempo-Knaller sicher über die Ziellinie trägt und den Hörer zum ersten Mal durchschnaufen lassen muss. Toller Einstieg, der beweist, dass sich AUTHORITY ZERO nicht von vermeintlichen modernen Produktionsstandards beeindrucken lassen, sondern konsequent ihren Stiefel runterspielen werden.

Was auch gleich mit dem folgenden 'Reconciliation' fortgeführt wird - der Gesang von Herrn DeVore ist wegen seiner vermeintlichen Einzigartigkeit sofort erkennbar - aufgrund der teilweisen stimmlichen Nähe zu Rise Against-Sänger Tim Mcllrath, klingen im Hinterkopf auch etwas die Frühwerke der jetzigen Stadion-Punker durch, was aber eher ein Kompliment für AUTHORITY ZERO darstellen soll. 'Destiny And Demise' haut in die gleiche Kerbe und macht das energische Punkrock-Dreigestirn zum Beginn von "Broadcasting To The Nations" perfekt.

AUTHORITY ZERO wären aber nicht AUTHORITY ZERO wenn sie nicht auch ein gewisses Maß an SkaPunk-lastigen Songs auf ihrem Album anbieten würden - dazu gehören der Titeltrack 'Broadcasting To The Nations' ebenso dazu wie 'Revolution Radio' oder 'Summer Sickness', der auch Mad Caddies gut zu Gesicht stehen würde.

Das Hauptaugenmerk liegt aber auf den straighten Punkrock-Smashern, die zwar eine gewisse Ohrwurmqualität entwickeln, aber dennoch die nötige Portion Aggressivität transportieren, um die geballte Faust Richtung Himmel zu strecken. Zupackende Sing-A-Long Einheiten machen 'Bayside', 'When We Ruled The World' und vor allem den Oberknaller 'One Way Track Kid' zu erstaunlichen Hits, die man mitgröhlen möchte, abfeiernd mit seinen besten Buddys im Arm. Wer Referenzen zu Pennywise oder Strike Anywhere entdeckt, darf sie gerne behalten.

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Authority Zero Photo courtesy of Bird Attack Records

AUTHORITY ZERO zocken mittlerweile im oberen Feld der Punkrock-Liga und haben mit "Broadcasting To The Nations" eines der besten Alben des Genres in diesem Jahr veröffentlicht - hieran müssen sich kommende Bands messen lassen. Ein Album, welches abwechslungsreich, fordernd und gleichzeitig unterhaltsam ist, ohne das Substanz verloren geht. Megagut!!

Album-VÖ: 02.06.2017