(Spinefarm/ Universal Music)

Kurz vor knapp erreicht uns die digitale Bemusterung des neuen FLOGGING MOLLY-Albums, welches den charmanten Titel "Life Is Good" trägt - somit können/dürfen wir doch noch zeitnah zur Veröffentlichung unsere Meinung kundtun. Sechs Jahre sind mittlerweile seit "Speed Of Darkness" vergangen und an ein neues Werk der Folk-Punker aus L.A. hat man zwischendurch nicht mehr wirklich geglaubt.

Nun also Studioalbum Nr. 6 - rechtzeitig zur Festivalsaison. Die Tanzstunde ist hiermit eröffnet und die Hoffnung besteht, dass FLOGGING MOLLY es mit "Life Is Good" nochmal schaffen können, die müden Gelenke der alteingessenen Fans in Schwung zu bringen.

'There's Nothing Left Pt. 1' eröffnet den munteren Reigen sehr zurückhaltend und präsentiert anfangs eine Ballade, die zum Ende hin etwas Fahrt aufnimmt und dadurch als perfekter Intro-Song wahrgenommen wird. Außerdem werden die typischen Folk-Instrumente wie Violine, Flöte und Mandoline eingeführt, um zu zeigen, was FLOGGING MOLLY u.a. ausmacht.

'The Hand Of John L. Sullivan' reitet mit einem galoppartigen Rhythmus los und kann man einem einnehmenden Chorus und Spielfreude überzeugen und lädt zum ersten Ringelpietz ein. 'Welcome To Adamstown' hat einen leichten Heartland-Touch und ist jetzt nicht das innovativste Stück Musikgeschichte unter der Sonne, macht aber mit den eingestreuten Mariachi-Bläsern zumindest Spass.

FLOGGING MOLLY bemühen sich nach bestem Wissen und Gewissen, ihren aktuellen Status Quo zu präsentieren, allerdings hat über die Jahre die Frische eingebüßt und das Momentum überraschender Einfälle ist rar gesät - Songs wie 'Reptiles (We Woke Up)', 'The Guns Of Jericho', 'Until We Meet Again' oder der Titeltrack sind natürlich tolle Kompositionen, wirken aber auch wie 1000x gehört. Der Punkrock schimmert nur noch vereinzelt durch, die Altersmilde regiert.

Da die treuen Fans den Weg von FLOGGING MOLLY mitgehen werden, besteht keine Gefahr, dass sie jemals in der Versenkung verschwinden werden, allerdings wird es schwer werden, mit einem erwachsenen Album wie "Life Is Good" es ist, neue Fans zu akquirieren, die Lust auf Tanzen, Trinken und Feiern haben. Diesen Menschen seien Bands wie The Rumjacks, Hoist The Colors oder Mickey Rickshaw ans Herz gelegt.

Flogging_Molly_Photo_by_Richie_Smyth

Flogging Molly Photo by Richie Smyth

"Life Is Good" ist beileibe keine Enttäuschung, nur merkt man FLOGGING MOLLY mittlerweile an, dass sich jugendlicher Wahnsinn nicht mehr mit dem derzeitigen Lebenskonzept der Mitglieder in Einklang bringen lässt. Von daher haben die Folk-Rocker alles richtig gemacht, sich nicht verbogen und dank ihrer Authentizität ein unspektakuläres, aber rundherum gutes Album veröffentlicht.

Album-VÖ: 02.06.2017