(Rise Records/ BMG Rights Management/ Warner)

Etwas überraschend ging vor einigen Monaten die Meldung über den Äther, dass sich EIGHTEEN VISIONS dazu entschlossen haben, ihre zehnjährige Pause zu beenden und an einem Comeback-Album arbeiten, welches "back to the roots" gehen soll. Das Ergebnis kann dieser Tage bestaunt und gehört werden, hört auf den Namen "XVIII" und versucht die alten Tugenden mit der erfolgreichen Major-Label-Zeit zu verschmelzen. Rise Records haben mal wieder zugeschlagen und sich EIGHTEEN VISIONS gekrallt.

Mit dem Nackenbrecher 'Crucified', der verschleppte Rhythmen und energisches Gebrüll in sich vereint, wird gleich klar gestellt, wie ernst es dem Trio um Gründungsmitglied und Sänger/Shouter/ Schreihals James Hart ist.

'The Disease, The Decline, and Wasted Time' punktet in den richtigen Augenblicken mit fies gesetzten Riffs, die das Metal-Monstrum in uns allen wecken kann. Wenn dann auch noch das ähnlich gelagerte 'Underneath My Gun' verklungen ist, sind die Ohren freigespült und man kann sich auf das erste richtige Highlight 'Live Again' einlassen. Dieser Song walzt wie eine Mischung aus angepissten Marilyn Manson und der Wucht von Shai Hulud über einen herein.

Leider halten sich in meinen Augen die Höhepunkte stark in Grenzen. 'Fake Leather Jacket' bricht noch etwas mit dem Konzept des brutal nach vorne schiebenden Post-Hardcore-Metal und kann mit dem Ansatz einer (schwer) erkennbaren Melodie eine gewisse Catchyness konstruieren, die EIGHTEEN VISIONS ansonsten ab geht.

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Eighteen Visions Photo courtesy of Rise Records

EIGHTEEN VISIONS haben "XVIII" für Fans der ersten Stunde geschrieben, für die, die sich abgewendet haben, als es vor einer Dekade Richtung Alternative-Metal abdriftete. Somit reitet das Trio den Ritt auf der Rasierklinge und fühlt sich augenscheinlich wohl damit. Menschen, die EIGHTEEN VISIONS mit ihrem selbstbetitelten Major-Debüt (2006) kennengelernt haben, dürfte "XVIII" eher erschrecken.

Album-VÖ: 02.06.2017