(SideOneDummy/ Cargo Records)

Es gibt dieses eine Album, auf das sich alle einigen können - egal ob Punkrocker, Indiepopper oder Grunge-Fan: Das "Blue Album" von Weezer fasziniert seit Erscheinen im Jahr 1994 eine Musikergeneration nach der nächsten und nicht wenige fühlen sich immens beeinflusst von der Zauberformel der zuckersüßen Melodien, die mit wuchtigen Gitarren alle Synapsen im Hirn durchknallen lässt.

Auch ROZWELL KID können sich diesem Phänomen nicht entziehen und versuchen auf ihrem nunmehr vierten Album "Precious Art" davon zu partizipieren. Das Slackertum könnte ein Revival erleben, so fern es ROZWELL KID schaffen könnten, mehr als den eingeschworenen Kreis der Szene-Hipster zu erreichen. Hier passiert Musik, die auf die mittelgroße Bühne gehört.

Der Opener 'Wendy's Trash Can' transportiert eine wunderbare Reminiszenz an vergangene Lookout Records-Tage, als Bands wie Mr. T Experience oder The McRackins einen PopPunk-Stil definierten, der den Sonnenschein im Herzen getragen hat.

'Total Mess' ist der erste akustische Beweis, dass Weezer als Referenz hergehalten haben - Breitwand-Gitarren, die Melodien in sich tragen, die den wegbrechenden Gesang von Jordan Hudkins aktiv unterstützen.

Auch die nachfolgenden Songs 'Boomerang' und 'Futon' bieten dem geneigten Indierock-Fan genug Projektionsfläche, um sich darin zu verlieren. Die Catchyness der Kompositionen entfaltet sich mit dem ersten Hören und lässt Einen nicht mehr los, bis der letzte Ton auf "Precious Art" verklungen ist.

ROZWELL KID haben eindeutig eine verdammt souveräne musikalische Sozialisation geniessen dürfen, DInosaur Jr. ('MadTV') klingen genauso durch wie Everclear ('Blow It') oder die Weezer-Epigone OZMA und The Rentals ('UHF on DVD', 'Michael Keaton').

Rozwell_Kid_Photo_by_Emily_Dubin

RozwellKid Photo by Emily Dubin

ROZWELL KID alleine an der Nähe zu oben genannten Bands fest zu machen, greift allerdings zu kurz - das Quartett aus West Virginia packt die Highlights des Genres in den Mixer und kredenzt ein unnachahmliches und wohl schmeckendes Gericht, welches "Precious Art" genannt wurde. Ein Album, das dich wohlbehalten durch den Sommer bringen kann - ob Baggersee-Chiller, Cabrio-Poser oder Park-Griller: Der Indierock von ROZWELL KID funktioniert in jeder Lebenslage und hebt das Gemüt!

Album-VÖ: 23.06.2017