(Universum Film)

„Während alle anderen Leben nehmen, werde ich Leben retten. So werde ich unserem Land dienen.“ (Desmond Doss)

Wenn am Anfang eines Films "Eine wahre Geschichte" erscheint, ist man hin und hergerissen. Einerseits neugierig, aber auch skeptisch. Hat man zu dick augetragen? Ist der Stoff zu langweilig? Worum geht es? Der Klappentext:

"Zweiter Weltkrieg im Frühling 1945: Während des Kampfes um die japanische Insel Okinawa sticht ein einziger Mann aus der Masse der US-Soldaten heraus. Desmond Doss (Andrew Garfield), der den Dienst an der Waffe verweigerte, riskiert alles, um das Leben seiner verwundeten Kameraden zu retten. Was später als Heldentat belohnt werden soll, beschert Desmond Doss zunächst großes Misstrauen und Verachtung in den eigenen Reihen. Dennoch setzt er sich unerschrocken für seine Prinzipien ein und rettet in der entscheidenden Schlacht unzähligen Männern das Leben."

Desmond Doss findet final zu Gott, als er seinen Bruder bei einer Rangelei fast mit einem Stein erschlägt. Der Vater ist Trinker und drangsaliert die Familie. Streng gläubig, verbietet er seinen Söhne den Eintritt in die Armee, da er selbst im ersten Weltkrieg viele Freunde hat fallen sehen. Als dann beide Söhne in die Armee eintreten, resigniert er zunächst.

Desmond muss nach seinem Coming Out in der Kompanie einen wahren Spießrutenlauf hinlegen, bis er den Einsatz am Hacksaw Ridge als Sanitäter antreten kann.

Der Film ist zweigeteilt. In der ersten Hälfte wird Desmond mit seiner Familie eingeführt, er lernt seine große Liebe kennen und meldet sich freiwillig für die Armee. Ab und an driftet der Film im ersten Drittel in eine Art Liebes-Schmonzette ab, sogar Der Bergdoktor kam mir an einer Stelle in den Sinn. Angekommen in der Kompanie werden die Rekruten vom Sergeant (Großartig: Vince Vaughn) nach feinster Full Metal Jacket-Art gequält. Gott, was habe ich gelacht. Private Schneewittchen ist zwar Kult, aber auch Soldat Ghoul oder Soldat Apache ("Ich bin Pole") könnten in die Geschichte eingehen.

Ohne zuviel zu verraten: Die erste Hälfte schließt mit der Erlaubnis, ohne Waffe in die Schlacht zu ziehen und somit die Grundausbildung erfolgreich abgeschlossen zu haben. Die zweite Hälfte besteht aus purem Schlachtgemetzel, welches Regisseur Mel Gibson nach Braveheart wieder bravourös inszenierte. Trotz der Brutalität und der umherfliegenden Körperteile ist man aber gleichzeitig auch fasziniert, so dass man gar nicht viel Zeit hat, sich zu ekeln. Man bleibt permanent im Geschehen.  Mel zur Idee des Films:

„Als ich zum ersten Mal von der Geschichte von Desmond Doss hörte, dem als erster Kriegsdienstverweigerer überhaupt die amerikanische Tapferkeitsmedaille Medal of Honor verliehen worden war, war ich erstaunt, welch große Opfer er dafür gebracht hatte. Hier war ein Mann, der auf die moralisch reinste und selbstloseste Art fast unbewusst sein eigenes Leben wiederholt riskiert hatte, um das seiner Kameraden zu retten. Desmond war ein ganz normaler Mann, der Außergewöhnliches geleistet hat.“

Der Film ist sehr gut besetzt, neben Andrew Garfield (The Amazing Spider-Man, Social Network), der für seine "sensible und intensive Darstellung" für den Oscar® nominiert wurde, glänzen Sam Worthington (Avatar – Aufbruch nach Pandora), Vince Vaughn (True Detective 2), Teresa Palmer (Warm Bodies) und Hugo Weaving (Matrix).

Auszeichnungen erhielt das "Helden-Drama epischen Ausmaßes (...) mit seinen kraftvollen, fulminanten Bildern und einer hypnotisierenden Wucht"  folgende: Drei Golden Globes, fünf BAFTA Awards und die Nominierung für sechs Oscars®. "Bei den BAFTA Awards wurde es in der Kategorie Bester Schnitt sowie bei den Oscars® in den Kategorien Bester Schnitt und Bester Ton ausgezeichnet."

DVD, 4KBD, BD, VoD-VÖ: 09.06.2017