(Victory Records)

CONVEYER gehört zu jenen melodischen Hardcore Bands, welche nach fünf Jahren Bestehenszeit mehr Ex-Mitglieder als Bandmembers versammeln können. Kein Wunder also, dass die Band irgendwie nicht so richtig zu fassen ist. Gleiches gilt für ihr zweites Album. Und selbstredend gibt es auch auf "No Future" wieder einige Besetzungswechsel im Line Up der Band.

Zeichnete sich die Band in der Vergangenheit vor allem durch ihre DIY-Attitüde aus, so gehen sie auf und mit "No Future" von nun an professionellere Wege. Dass Werk wurde im Silver Bullet Studio in Connecticut eingespielt und mit Greg Thomas saß auch ein Producer mit einigem Erfahrungswert (Shai Hulud, Misery Signals, With Honor) hinter dem Mischpult. Die Band scheint zufrieden mit dieser Erfahrung, wie sie in folgendem Statement verlauten lassen: “This was the first record that we have ever worked on with a producer and we couldn’t be happier with how it came out. A lot of work went into shaping and re-arranging each song to make them the best that they could be. We are so grateful to him, Chris Teti and everyone else at the studio. We are very proud of No Future and we are looking forward to working on the next record with our family at Silver Bullet.

Am Ende dieses Prozesses haben es schließlich elf Tracks auf "No Future" geschafft. Der Einsteiger 'Dust' ist jedenfalls schon einmal herauszuheben. Klasse Drumming, angenehmer zweistimmiger Gesang und ein schöner Tempowechsel. Der abprupte Schluss nach nur zwei Minuten, lässt einen zunächst mal aufhorchen, aber bereits nach wenigen Takten, befindet man sich auch bei 'Whetstone' im Angriffsmodus. Die beiden zweieinhalb Minüter 'Haunt' und 'New Low' schlagen in die exakt selbe Kerbe und besitzen einige langgezogene Shouts, welche, trotz aller Dynamik, irgendwie das Tempo drosseln. 'Disgrace' und 'Levity' stehen für den Variantenreichtum der Band und sorgen schließlich auch für solch namenhafte Referenzen wie Beartooth oder Hindsight. Für Titeltrack und Vorabsingle in Personalunion, hat man sich natürlich auch noch mal vor die Linse begeben und ein ganz typisches Hardcore Video gefilmt, welches einen guten Eindruck der Band vermittelt:

Auch den Song kann man als typisch bezeichnen, für das was einen auf "No Future" erwartet. Allerdings würde ich ihn nicht zu meinen Highlights auf der Platte zählen. 'Carrier' spielt z.B. eine Liga höher, da der Track unglaublich vielfältig ist und immer mal wieder einen Haken schlägt, den man so nicht unbedingt vermutet. Wer vor allem auf das “melodische” Element von CONVEYER abzielt, der bekommt mit dem Closer 'Parting Words' ein verdammt eingängiges Brett geliefert.

Insgesamt gelingt CONVEYER mit “No Future” eine mehr als solide Platte, welche mit wirklichen Hits allerdings etwas geizt. Ausfälle gibt es zwar überhaupt keine zu verzeichnen, aber der große “WOW”-Moment findet sich über die gesamte Spieldauer auch selten.

Album-VÖ: 23.06.2017