(Spinefarm/ Fearless Records/ Universal Music)

Bei SWORN IN handelt es sich um eine Deathcore-Band aus dem US-Bundesstaat Illinois, die mit "All Smiles" ihr bereits drittes Album abliefern. Bei dem Titel könnte man sicher auch an freudige Musik denken, aber das Album soll sehr düster daherkommen und die Jungs spielen mit dem Titel eher auf das Lächeln an, welches von Charakteren wie Brandon Lees The Crow oder auch Heath Ledgers Joker ausgeht. Also eher die böse und vielleicht auch etwas psychotische Version eines Lächelns.

Mit dem Vorwissen kommt einem schon der erste Titel 'Make It Hurt' sehr passend vor und er prescht auch unaufhaltsam vorwärts mit seinen harten und tiefen Riffs und dem agressiven Gesang. Irgendwie klingt da schon ziemlich gut ein bisschen Horror mit. 'Don't Look At Me' kommt sogar nochmal eine Nummer düsterer daher, wahrscheinlich weil hier komplett auf Clean-Vocals verzichtet wird und gegen Ende ausführlich ein Stimmverzerrer genutzt wird.

Beim Titeltrack 'All Smiles' wird dann ein bisschen an der Geschwindigkeitsschraube gedreht und der gut verständliche Refrain ist dann überraschenderweise deutlich leichtfüßiger. 'Helluputmethru' wird tatsächlich so geschrieben und sticht mit seinem Refrain schön aus der Menge des einfachen Deathcore hinaus, weil er sehr melodisch daherkommt. Ein paar leichte Beats zu Beginn sollten einen nicht darüber hinweg täuschen, dass auch bei 'Mirror Fear' die musikalische Düsternis überwiegt, sei es nun beim Sound oder den Texten und dies trifft ohne Abstriche auch auf das folgende 'Puppeteer' zu. Die eher leichten Riffs sind ein ungewohnter Einstieg in 'Cry Baby' und im Refrain entfernt man sich deutlich von der Horroratmosphäre, was das Lied zu einer gelungenen Abwechslung auf dem Album werden lässt.

Photo courtesy of Fearless Records

'The Smiling Knife' ist vielleicht das beste Stück auf "All Smiles", verbindet es perfekt den düsteren Horrorstil mit einem klar gesungenen Refrain, was den Vorteil hat, dass so der bedrohliche Text bestens zur Geltung kommt. Auch 'Dread All' bietet ein paar neue Einfälle, so wird der Gesang in eine neue Richtung getrieben und erinnert etwas an Sirenengesang. Bei 'Closer To Me' verlässt man sich fast komplett auf die Gesangsfähigkeiten von Tyler Dennen und diese können wirklich überzeugen. Ich finde seine zwei kurzen Shoutphasen innerhalb des Tracks hätte es eigentlich gar nicht gebraucht, aber dann hätten sich wahrscheinlich viele beschwert, dass hier das Death im Deathcore fehlt. Mit 'Cross My Heart' schließt man die Sache dann wirklich überzeugend ab, mal ruhig und dann mal wieder bitterböse.

Ist "All Smiles" ein Meilenstein der Musikgeschichte? Sicherlich nicht. Aber für Freunde des gepflegten Deathcores oder auch Leute die gerne Horrorelemente musikalisch verarbeitet sehen, kann ich hier eine klare Empfehlung aussprechen. Das Album ist auf einem sehr hohen Niveau produziert worden und bläst einem mal so richtig den Gehörgang durch und hebt sich durch die eben genannten Elemente wirklich positiv von der Konkurenz ab.

Anspieltipp: 'The Smiling Knife'

Album-VÖ: 14.07.2017