(Arctic Rodeo Recordings/ Broken Silence)

Far, Jawbox, Government Issue, Burning Airlines! Wer jetzt Schnappatmung hat und wem das Wasser im Mund zusammenläuft aufgrund der geballten musikalischen Genialität, kann in die Hände klatschen, einen Purzelbaum schlagen und vierblätterige Kleeblätter sammeln gehen. CAMORRA ist nämlich ein sogenanntes All-Star-Projekt mit Mitgliedern von oben erwähnten Bands und somit Pflichtprogramm für all jene, die sich den Emocore-Klassikern der frühen 90er-Jahre nahe fühlen.

Jonah Matranga, J. Robbins und Zach Barocas haben sich einige Tage ins Studio eingeschlossen und präsentieren mit "Mourning, Resistance, Celebration" eine 5-Song-EP, die alles zusammenfassen soll, was diese weisen Männer heutzutage ausmacht.

Wenn man sich die EP anhört, sollte man offen sein und Bock haben sich auf neue klangliche Elemente einzulassen. Her wird nicht der Status von damals verwaltet, sondern sich ausprobiert - eine glasklare Produktion, die man auch im Elektro-Pop verorten kann und Tracks, die die Grenzen zwischen Klangcollage und songorientierten Ansatz verschmelzen lässt.

Klingt anstrengend, ist es zumeist auch - keine Komposition schafft es sofort hängenzubleiben. Und auch nach mehreren Durchläufen stellt man fest, dass Herr Matranga eine einzigartige Stimme hat, die aber bisweilen arg die Nerven strapazieren kann ('Parting Friends' ist z.b. fast ausschließlich A-cappella vorgetragen).

Camorra_Photo_courtesy_of_Arctic_Rodeo_Recordings

Camorra Photo courtesy of Arctic Rodeo Recordings

Wer sich aufgrund der Historie der beteiligten Musiker an CAMORRA versuchen möchte, wünsche ich viel Glück, Nerven und Ausdauer auf diesem Weg. Meine Erwartungshaltung hat "Mourning, Resistance, Celebration" leider nicht erfüllt, wobei ich anmerken muss, dass sich die Jungs eigentlich bei jedem neuen Projekt neu erfinden - von daher...war es vielleicht doch zu erwarten. 🙂 Egal wie, meins ist es diesmal nicht. Schade.

EP-VÖ: 14.07.2017