(RCA/Sony)

Ende 2015 erschien das letzte Album von CAGE THE ELEPHANT. Auch damals durfte ich urteilen und schrieb im Fazit: „Es bleibt somit zu hoffen, das die Band auch bald hierzulande die Aufmerksamkeit erfährt, welche sie sich inzwischen mehr als verdient hat. Im Supportschatten der Foo Fighters oder der Queens Of Stone Age müssen sich die vier Musiker nun wirklich nicht mehr aufhalten“. Knapp zwei Jahre später beeindrucken CAGE THE ELEPHANT zwar international immer noch mit beeindruckenden Abrufzahlen und renommierten Musikpreisen, doch hierzulande sind sie immer noch ein Geheimtipp.

Dieser Status wird sich wohl auch mit mit dem gelungenen "Unpeeled" nicht ändern. Es handelt sich hierbei nämlich gar nicht um ein reguläres Album, sondern eher um so etwas wie ein Live-Greatest Hits-Unplugged Album, welches mit 21 Stücken allerdings sehr gut gefüllt ist. Dabei erwartet einen nicht nur ein schöner Querschnitt durch das bisherige Schaffen der Band aus Kenntucky, die eingespielten und stark reduzierten Versionen der bekannten Bandklassiker, stellen einen klaren Contrapunkt zu den bisherigen Veröffentlichungen der Musiker dar. Ging es auf den bisherigen Platten meist laut, lauter, am lautesten zu, so wird hier teils drastisch reduziert. Es ist das Ergebnis einer Akustikkonzertreihe vom Anfang des Jahres 2017 welche nun auch den Weg zu den Fans findet, welche nicht dabei sein konnten. Die Konzerte wurden in Los Angeles, Washington DC, Knoxville und Nashville aufgenommen. Dort trat die Band mit reduzierten Arrangements unter Begleitung eines Streicherquartetts und zusätzlicher Percussion auf.

In der finalen Tracklist ethält "Unpeeled" 18 ausgewählte Stücke von CAGE THE ELEPHANT Alben, sowie drei Neuinterpretationen von bestehenden Songs. Einen repräsentativen Eindruck von "Unpeeled" bekommt man im Live Video zur Single 'Whole Wide World' (im Original von Wreckless Eric) welches bei ihrem ausverkauften Konzert in Nashville aufgenommen wurde:

Wie man sieht und hört, muss man mit dem Begriff „Reduziert“ hier etwas vorsichtig sein, denn CAGE THE ELEPHANT ziehen hier ja nicht nur einfach den Stecker raus. Das Streichquartett und die Percussions bekommen nicht nur einmal die Gelegenheit sich ordentlich auszutoben ('Too Late To Say Goodbye'; 'Cold Cold Cold'). Manche Tracks werden in der Akkustikversion sogar noch eine Spur schneller eingespielt, als es die Originalversionen waren. Die stärksten Momente besitzt "Unpeeled" aber dann doch, wenn man zu den ruhigeren Momenten ('Trouble', 'Rubber Ball', 'How Are You True') kommt.

Das es mit "Unpeeled" dann aber doch nicht zum ganz großen Wurf reicht, liegt an der etwas eigentümlichen Produktion. Kommen die meisten Tracks vollkommen ohne Nebengeräusche aus, wurden an einigen Stellen Publikumsgeräusche hinzugefügt, bei 'Cigarette Dreams' singt auf einmal eine ganze Fanschar mit und auch die Stimme von Sänger Matt Shultz ist hier und da mit Effekten aufgehübscht. Da hätte ich das unmittelbare Ergebnis doch bevorzugt. Das ändert aber nichts daran, dass "Unpeeled" sowohl für CAGE THE ELEPHANT Einsteiger, sowie für Fans der ersten Stunde, eine wunderbare Platte darstellt.

Der Song für das Mixtape/die Playlist: 'Rubber Ball'

ALBUM-VÖ: 28.07.2017