(The Sign Records/ Cargo)

Eine schwedische Rockband, die sich vom Detroit-Sound der 70er (Alice Cooper, Iggy And The Stooges, MC 5) und dem skandinavischen Rock der 90er (The Hellacopters, Gluecifer, Backyard Babies) beeinflusst fühlt, ist ja von Grund auf schonmal geil. Wenn dann auch noch Nicke Andersson (Entombed/The Hellacopters/ Imperial State Electric) hinter den Reglern sitzt, ist der nächste Pflichtkauf gebongt.

Mit ihrem nunmehr dritten Album "Breaking News" dürften sich GRANDE ROYAL endlich ins Bewusstsein der Genreliebhaber, Turbojugend-Kuttenträgern und Langhaar-Rockern zocken.

Der Opener 'Know It All' schafft es nämlich gleich zu Beginn, den interessierten Hörer in einen Sog hineinzuziehen, dem man erst wieder entkommt, wenn die letzte Note vom Rausschmeisser 'I'm On The Loose' verklungen ist. Energische Riffs, die den Song durch die Spielzeit tragen - als Topping gibt es eine überaus solide Rhythmusfraktion, die massiv Druck aufbaut. Wenn dann noch der Gesang einsetzt, fühlt man sich 40 Jahre zurückversetzt, aber trotzdem im Hier und Jetzt. Wenn so der Respekt für ein Musikzeitalter umgesetzt wird, wie es GRANDE ROYAL zelebrieren, möchte ich immer mehr davon.

Dem Fünfer gelingt es zudem perfekt, einen Spannungsbogen aufzubauen, da knackige Rocker wie zB. 'Brake Light' ihren jeweiligen Gegenpart spendiert bekommen, die eher grooven ('Devil's Place'). Dadurch wird eine Abwechslung kreiert, die das Anhören von "Breaking News" zu einem fantastischen Erlebnis macht.

Der berauschende Blues-Rocker 'Daily Illustration' zur Mitte des Albums transportiert die Essenz des Rocks in sich und rollt über dich hinweg. Ich bin geflasht!

Und als ob das nicht genug der Lobhudeleien wäre, muss ich auch noch anmerken, dass mit 'One Second' und 'R 'N' R Business' zwei absolute Hits auftauchen, obwohl man gar nicht mehr damit rechnen konnte, weil man geglaubt hat, sämtliches kreative Pulver müsste eigentlich verschossen sein. Weit gefehlt - GRANDE ROYAL legen einfach nach.

Nicke Andersson hat den legitimen Erben von The Hellacopters einen warmen Sound verpasst, der nach einer Oldschool-Produktion klingt und die einzelnen Elemente zu einem perfekten Ganzen zusammenführt.

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Grande Royale Photo courtesy of The Sign Records

GRANDE ROYAL erfinden zwar nicht das Genre neu, spielen alle bekannten Klischees aus und erschaffen somit ein immens sympathisches Album. Und jetzt Ruhe - "Breaking News" läuft auf Dauerschleife und ich will keine negativen Äußerungen hören. 🙂

Album-VÖ: 25.08.2017