(Spinefarm/Fearless/Concord)

PUNK GOES POP Vol. 7 - Ring frei zur siebten Runde. Wenn es heutzutage eine Compilation bereits zur siebten Ausgabe bringt, kann man schon mal den Hut ziehen. Grund genug einen Blick auf die neueste Ausgabe zu werfen. Bislang hatte ich mich weniger mit den Veröffentlichungen aus dem PUNK GOES POP Universum beschäftigt. Als eher Freund des klassischen Punkrocks schoss mir jedoch gleich das herausragende Cover Stand by me von Pennywise in den Kopf, nur musste ich feststellen, dass dieses niemals auf dieser Reihe erschienen ist. Der Name ist vielleicht etwas irreführend da die Interpreten ein bunter Haufen aus Punk-/Rock-/Metal und diversen Core Segmenten darstellen. Im Endeffekt war es dann auch nicht verwunderlich, dass es sich bei den Covern eher weniger um punk-typische Uptempo Versionen, sondern um gitarrenverstärkte, mit Growls unterstützte eins zu eins Abbildungen der Originale handelte. Nur bei einigen wenigen Tracks wurde das Schema unterbrochen. Aber der Reihe nach:

Vor Auskopplung des Albums wurden die Single von Dance Gavin Dance mit Ihrer Version des Bruno Mars Hits 'That's What I Like' (VÖ: 02.06.17) und das Zombie Video zu I Can’t Feel My Face“ von The Amity Affliction (im Original von The Weekend) ins Rennen geschickt. Bei beiden Versionen bleibt man nahe am Original verstärkt den Rhythmus noch mit Gitarrenriffs und haut im Refrain mal ordentlich Growls vom Stapel. Klingt alles recht solide aber man wird das Gefühl nicht los dass man bei beiden Versionen deutlich mehr hätte rausholen können. Vielleicht fehlt es da etwas an Mut oder Ideenreichtum.

Die weiteren Songs des Albums sind ganz großen Popkino - Zumindest was die Charts Platzierungen der Originalinterpreten angeht. Justin Bieber, Adele, Ed Sheeran und Drake sind da wohl alles Interpreten an dem man im heutigen Pop Business nicht vorbei kommt - auch nicht wenn es um das Covern der Songs geht. Dies kann man von den Interpreten der Songs auf PUNK GOES POP nicht zwingend behaupten. New Years Day, Boston Manor, Eat Your Heart Out und The Plot in You sind da eher Bands für Szene Kenner. Alle Bands versuchen natürlich ihren persönlichen Stil in die Songs zu packen und hin und wieder kommt diese persönliche Note auch sehr gut durch. Wie zum Beispiel bei dem Ehepaar Andy Black und Juliet Simms die 'When We Were Young' darbieten. Leider muss ich gestehen, auch wenn ich kein großer Popfan bin, dass die Coverversionen leider in keinem Fall an das Original rankommen. Ein Beispiel dafür ist vor allem 'Heathens'. Das Original lebt von der dunklen Atmosphäre die leider bei der Coverversion gänzlich verloren geht. Klar ist es nicht die Ambition der Bands das Original zu überflügeln, sondern die eigene Handschrift durchkommen zu lassen. Das mag gelingen wobei sich viele Interpretationen zu stark am Original orientieren.

Album-VÖ: 14.07.2017

Das Konzept PUNK GOES POP scheint dennoch zu funktionieren. Leider fehlt es mir bei Vol. 7 an vielleicht bekannteren Interpreten und einer gewissen Courage sich den Originalsong völlig eigen zu machen. Das Album ist nicht schlecht aber manchmal ist gut gemeint eben doch nur das Gegenteil von gut.