(Smile Records/Soulfood/Belive Digital)

Beginnen wir mit einer Quizfrage. Wie zur Hölle kommt DNZR mit seinem Electro/Jazz/Trip-Hop Sound auf den Schreibtisch bzw. in den CD-Player eines Gestromt-Redakteurs? Na, weiß es jemand? Zugegeben, die Frage ist nicht einfach und wenn man den Werdegang von DNZR nachzeichnet, kommt man der Lösung schon sehr nahe. Hinter den Buchstaben DNZR verbirgt sich nämlich der Musiker Felix Denzer, eine Hälfte des Indie-Pop Duos Fewjar. DNZR ist sein Soloprojekt, welches allerdings nichts mit Punkmusik zu tun hat, wie die unterschlagenen Vokale a la KMPFSPRT vermuten lassen, denn dieses Phänomen findet sich auch in der Electro- und Dubstep Szene. Somit Augen auf beim Albumkauf bzw. Download. Und für uns mal wieder die Gelegenheit über den Tellerrand zu blicken.

Neun, größtenteils instrumentale, Tracks hält "Ebriety" für den Hörer bereit. Die meisten davon schlagen mehr Haken als Lionel Messi in einem kompletten Fussballspiel. Die Songs klingen teils düster, teils chillig, mal treibend, mal entspannt. Eine klare Linie ist schwer auszumachen, aber die braucht es auch nicht. Das Hörerlebnis ist spannend und herausfordernd. Der Opener 'Chivvy' setzt zunächst mit einem Meersrauschen ein, lässt ein entferntes Glockenspiel erklingen und bemüht düstere TripHop Momente, getragen von breiten Synthieflächen. Nach anderthalb Minuten setzt das Klavier ein und treibt den Song unnachgiebig voran. Mit dem zweiten Track wird es hörbar entspannter. Das ohrenschmeichelnde Saxophon in 'Adieu, Jour Ordinaire' verwandelt den Track in so etwas, was ich auch als Kaffeehaus-Musik bezeichnen würde. Ebenfalls vorstellbar als musikalische Untermalung in der Szene/Cocktailbar/Rooftop-Bar. Wem bei solchen Vergleichen bereits das Mittagessen wieder hochkommt, der kann getrost seine Finger von DNZR lassen. Wer dem jedoch aufgeschlossen gegenüber steht, der bekommt hier eine gute Alternative zu den immer gleichen Chill-Out und Cafe Del Mar Samplern. Denn auch wenn "Ebriety" seine sanften Momente hat, ganz so glatt und weichgespült wie die unsäglichen Compilationreihen, kommt das Album dann gewiss nicht daher. Aber eigentlich ist dieser Vergleich auch unpassend, wenn man nochmal die zweite, deutlich härtere, Hälfte des Albums in den Blick nimmt. Und wer jetzt völlig verwirrt ist und gar nicht so richtig einschätzen kann, ob das jetzt etwas für ihn ist oder eben nicht, der sollte einfach mal in die Album-Snippets hören:

Der Track fürs Mixtape/die Playlist: 'Adieu, Jour Ordinaire'

Album-VÖ: 25.08.2017