(FC Metal/ Soulfood)

Was der Sinn dahinter sein soll, ein Album 22 Jahre nach dem Aufnahmeprozeß zu veröffentlichen, erschliesst sich mir auch nach mehrmaligen Hören nicht. Wenn rechtliche Angelegenheiten der Auslöser gewesen sind, geschenkt. Meine Vermutung ist eher, dass es nicht den damaligen Qualitätsstandards entsprochen haben könnte - was es zwei Dekaden später natürlich nicht besser macht, aber sowas wie Nostalgie aufkommen lässt.

Mastermind Lou St. Paul steht hinter dem Projekt und möchte mit KILL PROCEDURE aktuell nochmal durchstarten, nachdem er mit  Winters Bane und Fires Of Babylon seine Sporen verdient hat. "Brink Of Destruction" sollte damals die Platzhirsche Megadeth und Testament erschrecken und dem Thrash neue Akzente verpassen.

Wenn man sich das Album in Gänze anhört, fühlt man sich beim Gesang frappierend an Dave Mustaine erinnert und auch die Songstrukturen wirken geklaut. Man könnte auch das Euphemismus "Tribut" benutzen, was eine respektvolle Annäherung an die oberste Riege bedeuten würde.

Muss jeder für sich entscheiden, wie er "Brink Of Destruction" einordnen möchte. Ich tendiere zur Begrifflichkeit des Plagiats - könnte aber Menschen gefallen, die den Sound der Mitt-90er feiern und denen dies ein Old-School-Wonnegefühl verschafft.

KILL PROCEDURE hat niemand vermisst, weil sie auch niemand bisher kannte. Ob sich das mit dem qualitativ eher unterdurchschnittlichen "Brink Of Destruction" ändern wird bzw. muss, wage ich zu bezweifeln. Thrash/Metal klang in den letzten Jahren schon einige hundert Mal vielschichtiger und spannender.

"Brink Of Destruction" ist für Alles-Käufer.

Album-VÖ: 01.09.2017