(Grönland-Records/Rough Trade)

Hinter GLORIA verbergen sich Mark Tavassol, ehemals Bassist bei WIR SIND HELDEN, und Klaas Heufer-Umlauf, seines Zeichens großer Zampano und 50% der Pro 7 Allzweck-Moderatorenwaffe bei Circus HalliGalli.

Angesichts dieses Backgrounds ist es kaum verwunderlich, dass es für die beiden Mitstreiter bei ihrem Debüt vor vier Jahren zunächst einmal darum ging, sich von der eigenen Vergangenheit und allen Erwartungen oder Befürchtungen, die man bei dieser Kombination haben könnte, zu lösen und die Ernsthaftigkeit des gemeinsamen Projekts zu beweisen.

Wer etwa angesichts der Beteiligung von Klaas irgendwelche Klamauk-Einlagen erwartet, wird je nachdem positiv überrascht oder aber bitter enttäuscht. Während TV-Mitstreiter Olli Schulz auf seinem Erstlingswerk "Brichst Du mir das Herz dann brech’ ich Dir die Beine!" noch einige (ziemlich gute) Kalauer zu bieten hatte, um dann von Album zu Album beständig düsterer zu werden, sind die Lyrics GLORIA bereits auf dem 2013er Debüt ernst und melancholisch. Diese Grundstimmung behalten sie nun auch auf ihrem inzwischen dritten Album "Da" bei.

Und auch, wenn die Phase der Emanzipation von der Vergangenheit nun endgültig abgeschlossen sein sollte, klingt der Titel der ersten Single 'Immer noch da' schon fast ein wenig trotzig – so als hätte man es ihnen gar nicht zugetraut, es überhaupt so weit zu bringen. GLORIA lassen sich aber nicht beirren und gehen stilistisch konsequent ihren Weg.

Heufer-Umlaufs melancholischer Besang wird das ganze Album hindurch von Tavassols sicherem Gespür für gefällige Poprock-Melodien getragen. Dabei setzt der erste Track 'Der Sturm' gleich mal ein Ausrufezeichen. War das Tempo beim zweiten Album "Geister" gegenüber dem Erstling etwas gedrosselt, startet das Duo auf "Da" mit diesem frisch klingenden Opener durchaus dynamisch durch.

Auch die restlichen knapp 30 Minuten bieten keine echten Enttäuschungen. Das mag auch daran liegen, dass die beiden sich zu keinerlei Effekthaschereien hinreißen lassen. Die neun Songs kommen äußerst geradlinig mit angenehm zurückhaltender Instrumentierung daher, die nur hier und da durch Streicher, Bläser oder Retro-Keyboards erweitert wird.

Man darf gespannt darauf sein, wie die Reise für GLORIA weiter geht und wie das Duo sich weiter entwickeln wird. Auf den ersten drei Alben haben sie jedenfalls ein solides Fundament geschaffen, auf dem man weiter aufbauen kann.

Wer sich von den Live-Qualitäten der beiden und ihrer Tourband überzeugen will, hat dazu ab Ende November Gelegenheit, wenn GLORIA in 16 Orten in Deutschland und Österreich Station machen. Dass sich ein Besuch auf jeden Fall lohnt, haben wir Euch ja schon beim Bericht vom Popsalon 2016 erklärt. Und zwischen den Songs darf auch sicher mal gelacht werden.

Album-VÖ: 13.10.2017

Tourdaten:

29.11.17 Frankfurt, Sankt Peter
30.11.17 München, Muffathalle
01.12.17 Stuttgart, LKA Longhorn
13.12.17 Dortmund, FZW
14.12.17 Münster, Skaters Palace
15.12.17 Hamburg, Große Freiheit 36
24.01.18 Köln, Gloria
25.01.18 Erlangen, E-Werk
26.01.18 AT - Wien, Chaya Fuera
27.01.18 Dresden, Alter Schlachthof
31.01.18 Hannover, Capitol
01.02.18 Bremen, Schlachthof
02.02.18 Rostock, M.A.U. Club
03.02.18 Kiel, Orange Club
09.02.18 Erfurt, Kalif Storch
10.02.18 Berlin, Astra