(Contra Records/ Edel)

Oi!/StreetPunk aus Spanien! Die aus Madrid stammenden RUDE PRIDE haben sich 2013 gegründet und wollen mit ihrem zweiten Album "Take It As It Comes" zeigen, wie sich ihre Interpretation des Genres anhört. Das im Bereich des Oi! die musikalischen Innovationen arg limitiert sind, ist bekannt - hier zählt dann auch eher die Authentizität als nobelpreiswürdige Kompositionen.

Und authentisch kommen die Jungs rüber - keine Frage! Der Gesang ist rau-heiser und zeugt von kompletter Überzeugung, von dem was hier abgeliefert wird. Der Titeltrack wird vorn angestellt und läutet das Album recht überzeugend ein. Man kann sich daran stören, dass das englisch mit Akzent herauszuhören ist oder kann es charmant finden. Ich tendiere zu Zweiteren.

Wie üblich im StreetPunk wird der Fokus auf Refrains gelegt, die möglichst mehrstimmig eine Power entwickeln, dass einem gepflegten Pogo-Tanz nichts im Weg steht. 'Bars and Shackles', 'Bullying' oder der Midtempo-Stomper 'Broken Silence' seien als Beispiele genannt.

Zwischendurch wird es auch mal rock 'n rollig ('Too Fast (Back With A Crash)') oder es kommt Dirty-Reggae-Style zum Zuge ('Our Pack' und 'Many People Suffer'), der in seinen besten Momenten an Rancid erinnert.

Ansonsten wird Fans von Cock Sparrer, The Forgotten oder Booze & Glory genug Stoff geboten, um sich beschallen zu lassen. Es wird sich keiner erschrecken, weil sich auf einmal überraschende Songstrukturen auftun. Der Unterhaltungswert dürfte für Menschen, die dem Genre zugetan sind, aber befriedigend ausfallen. Alle anderen können mal ein Ohr riskieren - der ein oder andere Song lässt jedenfalls den Fuß wippen.

Rude_Pride_Photo_courtesy_of_Contra_Records

Rude Pride Photo courtesy of Contra Records

RUDE PRIDE haben ein Oi!-Album abgeliefert, welches natürlich mit den Klischees spielt (gewollt oder ungewollt sei mal dahingestellt), aber zumindest glaubwürdig rüberkommt. "Take It As It Comes" ist kein Jahrhundertalbum, aber hat seine Momente und wird seine Fans finden.

Album-VÖ: 13.10.2017