(Zeta Factory/ Cargo Records)

Bislang hatte ich noch keinen Kontakt zu der italienisch-amerikanischen Kapelle KLOGR, die mit "Keystone" aber bereits ihr drittes Full-Length Album auf den Markt bringen und ansonsten noch eine Live-CD sowie zwei EPs herausgehauen haben - und das innerhalb von gerade einmal sechs Jahren. Das ist ein ordentliches Arbeitspensum, wenn man sich nur die Menge anschaut. Nachdem die erste Runde "Keystone" hinter mir liegt, verstehe ich allerdings auch, wie ein solches Pensum machbar ist. Lest selbst.

Zunächst einmal möchte ich die Band verorten als Modern-Rock/ Nu-Metal-Band, irgendwo zwischen Alter Bridge und Disturbed, allerdings weder mit der Klasse ersterer, noch mit dem Biss letzterer. Und damit wäre eigentlich auch schon fast alles gesagt: Eine ordentliche, wenn auch nicht umwerfende Produktion verleiht den Songs kräftig Wumms, leider wissen die Riffs diesen aber nicht immer zu nutzen.

Sind wir beim Opener 'Sleeping Through The Seasons' (Anspieltipp) noch angetan von tiefem Gitarren-Riffing, netten Melodien und einem ausdrucksstarken Gesang, wird dieser anfänglich positive Eindruck sehr schnell ernüchtert. KLOGR schaffen es nicht, Songs zu schreiben, die im Ohr bleiben, das Tempo ist fast die ganze Scheibe über gleich langsam. Was im ersten Song noch gut wirkt, verliert schnell an Reiz, denn man bekommt das Gefühl vermittelt, die Herren wollen harte Songs der Marke Disturbed schreiben, dabei aber keine richtigen Stakkato-Riffs verwenden - das funktioniert einfach nicht.

Photo by Massimo Costoli

Photo by Massimo Costoli

Masse statt Klasse ist in diesem speziellen Fall vielleicht nicht unbedingt die richtige Wahl. Die Band sollte mehr Zeit fürs Songwriting verwenden und nicht so viel eigene Riffs in den unterschiedlichen Songs recyclen. Dann bleibt bestimmt auch etwas mehr hängen als nur ein einziger Song… Was ich hingegen häufiger beim Durchhören gedacht habe, ist folgendes: Für den Soundtrack eines Horrorfilms wären die Songs, einzeln betrachtet, allesamt tauglich. Nur auf Dauer ist das alles einfach nicht abwechslungsreich und ausdrucksstark genug.

Album-VÖ: 06.10.2017