(Earache Records/ADA/ Warner Music)

Jake A. Smith aka THE WHITE BUFFALO wird ja in manchen Kreisen schon mit Bruce Springsteen verglichen. Wobei sich THE WHITE BUFFALO eher im Blues-Rock zuhause fühlt, sich aber auch im Alternative-Country und Folk munter bedient. Im Grunde ist dies typische amerikanische Musik, stark verwurzelt in Tradition - zum Glück ohne konservativ zu sein.

Aufgrund seiner erinnerungswürdigen Soundtrack-Beiträge zur Serie "Sons Of Anarchy" wurde auch Europa auf das Schaffen des Herrn Smith aufmerksam - das letztjährige "Love And Death Of Damnation" war das erste Album, welches ohne Importbestellung erhältlich war. Insgesamt ist "Darkes Darks, Lightest Lights" das sechste Studioalbum. THE WHITE BUFFALO fühlt sich sehr mit der Independent-Szene verbunden, was den ohnehin sehr sympathischen Hünen noch liebenswerter macht.

Wenn der Opener eingezählt wird, bekommt man sofort dieses warme Gefühl des "nach Hause kommens" und mit der dunklen Gesangsstimme kann man sich in Songs der Marke 'Hide And Seek', Madam's Soft, Madam's Sweet' oder 'Border Town/ Bury Me In Baja' quasi hineinfallen lassen. Man lässt sich mitreissen/ mittreiben und kommt in einen Sog, aus dem man sich schwerlich befreien kann. Und das soll Musik im Bestenfall ja auch leisten können - diese komplette Fokussierung und das Abtauchen in die erzählerische Welt des Musikers.

'The Heart And The Soul Of The Night' (einer der absoluten Hits des Albums) lässt an The Hold Steady oder The Counting Crows denken - entspannter Heartland-Sound, der sogar Handclaps bietet. 🙂 Der beste Sound, um Stress zu entfliehen und den Kopf frei zu bekommen.

Auch 'Avalon' überzeugt mit einer einnehmenden Catchyness - und hier ist der Vergleich zum "Boss" zumindest nicht ganz abstreitbar. Im Großen und Ganzen ist "Darkest Darks, Lightest Lights" nicht ganz so überraschend und energiegeladen wie das Vorgängeralbum, allerdings muss man THE WHITE BUFFALO ein Händchen für rustikale "Männermusik" zugestehen, welche es gleichzeitig schafft, jedwede Emotion durch die Songs transportieren zu können.

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The White Buffalo Photo courtesy of Earache Records

"Darkest Darks, Lightest Lights" ist ein wunderbares Album geworden - es funktioniert in jeder Lebenslage und unterhält durchgehend. Wegen der abwechslungsreichen Songs, die zwischen Blues, Folk, Rock/Alternative und Country angesiedelt sind, ist der Longplayer schneller vorbei als gedacht und lädt zu diversen Wiederholungen ein. Es wird kein Erfinderpreis vergeben, aber auch innovationslose Musik muss erstmal so gut umgesetzt werden, wie es THE WHITE BUFFALO schafft.

Album-VÖ: 13.10.2017