(Cooking Vinyl)

Acht Jahre sind seit der Veröffentlichung von "Daisy" ins Land gegangen. Seitdem kamen immer wieder Gerüchte zu einem neuen BRAND NEW Album auf, welche sich aber stets noch schneller verflüchtigten, als sie überhaupt aufzogen waren. Seit dem 18.August dieses Jahres gibt es mit "Science Fiction" jetzt aber doch ein neues Werk der New Yorker Alternative-Rocker. Ein Album das schief gehen musste, gelingt.

Wirklich weg war die Band in den letzten Jahren nun auch nicht. Man spielte immer mal wieder ein paar ausgewählte Liveshows oder veröffentlichte hier und da ein paar Demotracks, welche aber alle nicht so richtig zünden wollten. Schreibblockaden und der übergroße Schatten des Meisterwerkes "The Devil And God Are Raging Inside Me" sorgten bereits auf "Daisy" für spürbare Hemmung. Um so schöner, dass der Band mit "Science Fiction" der viel zitierte Befreiungsschlag gelingt.

Wie in der Vergangenheit gelingt es der Band hier eine Platte voller überragender Momente und dichter Atmosphäre abzuliefern. Einzelne Songs darf man dabei eigentlich gar nicht betrachten, denn "Science Fiction" wirkt als Ganzes verdammt homogen und intensiv. Bereits beim ersten Hördurchgang, welcher bei mir unpassenderweise im Sommerurlaub an einem sonnendurchflutetem Strand stattfand, war klar, dass BRAND NEW mit "Science Fiction" ein Album (fast) ohne einen schwachen Moment geliefert haben, welches mit jedem Hördurchgang wachsen wird. Knapp zwei Monate später bestätigt sich der erste Eindruck. "Science Fiction" ist ein Grower, welcher mit jedem Durchgang an Wert gewinnt.

BRAND NEW by Brandon Sloter

Bei den zwölf Tracks auf "Science Fiction" gibt es eigentlich keinen Klang, Ton oder Effekt, welcher nicht dort sitzt, wo er auch hingehört. Es gibt viel zu entdecken, dennoch wirkt das Album an keiner Stelle überfrachtet oder zu „gewollt“. Als bestes Beispiel dürfte hierfür wohl der Track 'Same Logic/Teeth' dienen.

Jetzt stellt sich eigentlich nur noch die Frage, warum in dieser Rezension weiter oben ein in Klammern gesetztes „fast“ auftauchte. Für meinen Geschmack weist das Album zu viele „Interludes“, „Intros“, „Outros“, oder wie auch immer man es bezeichnen möchte, auf. Aber das ist wie zu viel Sahnetorte futtern und am Ende beschwert man sich, dass einem schlecht ist.

Man sollte aber auch erwähnen, dass "Science Fiction" zu drei Vierteln aus ruhigeren bzw. Midtempo Nummern besteht. Wer eher die schnelleren, krachenden, bisweilen poppig-punkigen BRAND NEW in sein Herz geschlossen hat, könnte möglicherweise leichte Enttäuschung erleben. Aber auch derjenige muss sich eingestehen, dass es momentan keine zweite Band gibt, die auch den ruhigeren Stücken einen solchen Spannungsbogen verleihen kann.

Der Track für die Playlist/das Mixtape: "SameLogic/Teeth"

Album-VÖ: 20.10.2017