(BMG/ Warner)

Warum HOLLYWOOD UNDEAD so erfolgreich sind, hat sich mir noch nie wirklich erschlossen. Die Jungs verkaufen Millionen von Einheiten ohne irgendwelche nennenswerten Hits am Start zu haben, tragen Masken bei Live-Auftritten und bedienen Klischees ohne Ende. Das alles empfand ich bisher alles eher als Kindergeburtstag und habe mich dementsprechend nicht weiter um die Band gekümmert. Jetzt hat mich das Rezensions-Roulette getroffen und ich "darf" den neuen Longplayer besprechen. Juch-hu!

"V" ist überraschenderweise das fünfte Album der L.A.-Rap-Rocker und hat 14 neue Party-Schunkler an Bord. Musikalisch werden die beiden Genres HipHop/Rap und Alternative-Rock miteinander verschmolzen. Bei einem Song ('Black Cadillac') ist als Gast-Rapper B-Real von Cypress Hill mit am Start. 'California Dreaming' lässt frühere Limp Bizkit-"Großtaten" wieder aufleben und beweist zumindest, dass Fred Durst bei späteren Generationen Eindruck hinterlassen hat. 'Bad Moon' könnte eine Coverversion eines älteren Linkin Park-Songs sein, der nachfolgende Track 'Ghost Beach' wiederum ein Tribut an die letzten LP-Absurditäten. Ekelhafter R&B-Style, der komplett auf Formatradio ausgelegt ist.

Und auch nach längerer Laufzeit wird es nicht besser: 'Renegade', 'Your Life' oder 'We Own The Night' macht all das, was z.B. P.O.D., Papa Roach oder Methods Of Mayhem schon Anfang der 2000er-Jahre durchexerziert haben. Das Erschütternde daran ist, dass die alten Gassenhauer immer noch mehr Power im Arsch haben, als die stumpfsinnige Kopie, die HOLLYWOOD UNDEAD hier abliefern.

Hollywood_Undead_Photo_by_Jake_Stark

Hollywood Undead Photo by Jake Stark

"V" ist eine absolute Frechheit und vermutlich an eine Zielgruppe gerichtet, die sich entweder null für Musik interessiert oder bei denen das Resthirn durch diverse Fremdeinflüsse lahmgelegt ist. HOLLYWOOD UNDEAD werden trotzdem Erfolg haben - gönnen tue ich ihnen nix.

Album-VÖ: 27.10.2017