(Run For Cover Records / ADA)

Die schwedischen Post-Punks von MAKTHAVERSKAN haben am 20.Oktober ihr drittes Album "Ill" und zeigen sich nicht nur im Songwriting gewitzt.

Wie gewitzt wird deutlich wenn man sich klar macht, dass das neue Album "I L L" heißt wie „krank“, nicht III wie 3. Der Gag zündet natürlich besser, wenn man um den Vorgänger „II“ weiß. Rumpelte die Band mit einigem Vulgärvokabular damals noch irgendwie ziellos umher, so kann man auf "Ill" eine Band hören, die sich scheinbar gefunden hat.

Bereits der Opener 'Vienna' macht deutlich in welche Richtung sich die Band bewegt. Feinster Shoegaze, getränkt in einem Meer aus The Smith-Gitarren, manchmal auch The Cure oder New Order. Als aktuellere Referenzen fallen mir A Projection oder auch die Kamikaze Girls ein. Nun aber Schluss mit den Querverweisen, denn MAKTHAVERSKAN haben selbst so viel auf der Pfanne, dass man nicht ständig nach rechts oder links schauen muss um die passende Schublade für die Band zu finden. Das wird spätestens deutlich, wenn man beim Track 'In My Dreams' angelangt ist. Sängerin Maja Milner prägt den Track mit ihrem Gesang, der selbst laut Pressemitteilung teils als „bissiges Gejammer“ bezeichnet wird. Live könnte das wirklich anstrengend sein, wie einige Youtube Mitschnitte beweisen, aber hier hat Produzent Hans Olsson Brookes die Lage soweit im Griff, dass das Klagen Milners nicht an den Nerven zerrt.

Im gesamten Albumkontext wächst das Klagen ('Witness', 'To Say It As It Is') hin zur Anklage ('Eden'). Sängerin Maja Milner dazu im Interview: „Der [Track 'Eden'] handelt von unserer Erde im Jahre 2017 und wo wir als Menschheit und unserer Gesellschaft gerade stehen. Es handelt davon sich dafür zu schämen Mensch zu sein. Ich denke schon einige Jahre darüber nach und der Gedanke hat mittlerweile fast meinen ganzen Verstand eingenommen, also war es jetzt an der Zeit einen Song darüber zu schreiben. Zunächst dachte ich, dass der Song wütend klingen sollte, doch letztendlich klingt er sogar wunderschöne und steht so im Kontrast zu der Welt in der wir leben."

Über zehn Tracks beweisen die Göteborger auf "Ill", dass die Band einen klaren Entwicklungsschritt nach vorne gemacht hat. Die Songs haben Struktur, Ideen und gehen ins Ohr. Das die Band dabei auch noch etwas zu sagen hat, ist ebenfalls positiv. Somit eine klare Empfehlung für die Liebhaber von Post-Punk, Indie, Shoegaze, Dream Pop und Wave.

Der Song für das Mixtape/die Playlist:'In My Dreams'

Album-VÖ: 20.10.2017