(Roadrunner/Warner)

Oftmals wird ja behauptet, dass der Schlagzeuger das Herz einer Band darstellt. Sollte dem so sein, dann dürfte der Besetzungswechsel an den Drums von TRIVIUM als erfolgreiche Herzoperation verbucht werden. Mit dem Wechsel von Paul Wandtke zu Alex Bent (ehemals Battlecross) konnte die Trash-Metal Combo nämlich erfolgreich reanimiert werden, seitdem sie sich mit ihrer letzten VÖ ("Silence In The Snow") ins Wach-Koma begeben haben.

Nun gut, es gab ja auch Gründe, warum "Silence In The Snow" letztendlich so klang, wie es klang. Schließlich hatte sich Sänger Matt Heafy 2014 seine Stimme zerschossen und somit hielt scheinbar die gesamte Band inne und veröffentlichte eine verdammt seichte Platte. Fast schon ein Pop-Album. Die ohnehin schon recht umstrittene Band verlor so nochmal deutlich an Credebility in der Szene und alle Neider zeigten nun mit dem Finger auf die Trasher aus Florida und haben es schon immer gewusst. TRIVIUM galt als abgeschrieben.

Als vor wenigen Wochen mit dem Titeltrack von "The Sin And The Sentence" die erste Vorab-VÖ vorgeschickt wurde, wuchs ein zartes Pflänzchen der Hoffnung, welches TRIVIUM wieder in alter Stärke erwarten sollte. Nach den ersten Hördurchgängen kann man getrost sagen, dass die Band wieder zu alter Form aufläuft und durchaus an die jetzt schon Klassiker “Ascendancy” und “Shogun” anknüpfen kann. Der Band gelingt es mal wieder ihre Stärken zu vereinen. Gute Shouts, komplexe Songstrukturen, geniale Riffs und immer wieder absolut eingängige Refrains. Das dann unter dem Strich auch noch einige Nummern abfallen, durch die sich die Band regelrecht durchprügelt ('The Wretchedness Inside') ist ja nicht unbedingt das schlechteste. Weitere Fixpunkte dürften ‘The Heart From Your Hate’ oder ‘Beyond Oblivion’ sein, welche sich durch extrem komplexes Songwriting auszeichnen. Auch nicht unerwähnt bleiben sollte der Track ‘Betrayer', welcher so etwas wie eine Spielwiese für Heafy und seinen Gitarrenpartner Corey Beaulieu ist, denn was die beiden in diesem Track an ihren Saiten anstellen, das ist schon a la bonheur.

Gibt es also überhaupt etwas negatives zum neuen TRIVIUM Werk? Ja, aber das ist wirklich nur eine Kleinigkeit. Das Album wirkt irgendwie zu lang. Hätte man die einzelnen Stücke etwas komprimiert, würde mein Gesamturteil doch noch etwas besser ausfallen. So fällt einfach auf, dass manche dieser fünf Stücke einfach nicht genug Ideen mit sich tragen. Wie gesagt, Kleinigkeit!

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'Betrayer'

Album-VÖ: 20.10.2017