(Side One Dummy Records)

NAHKO BEAR, Sänger und Mastermind von MEDICINE FOR THE PEOPLE, veröffentlicht mit "My Name Is Bear" sein langerwartetes erstes Solo-Album. Zum Thema hat es NAHKO´s prägende Jahre, in denen er als junger Mann durch die wilden Landschaften von Alaska, Hawaii und Louisana der Liebe und den eigenen Wurzeln hinterherreiste. Eine Sammlung von tief persönlichen Songs die die Geschichte seiner Entwicklung als Künstler erzählen. Nur leider ist die deutlich aufregender als die Musik auf "My Name Is Bear".

Wer zu NAHKO aufgrund seiner Verpflichtungen bei MEDICINE FOR THE PEOPLE kommt, der sollte sich zunächst bewusst machen, dass das Soloalbum des Sängers, so etwas wie die Vorstufe zu seiner Bandkarriere darstellt: „My Name Is Bear ist eigentlich das Prequel zu den Medicine For The People Alben. Dort wo alles seinen Ursprung hat, bevor dieses Kapitel überhaupt begann. Ich hatte das Gefühl, dass ich meine Schritte erst zurückverfolgen musste, bevor ich weiter nach vorne gehen konnte. Die Geschichten sind aus meiner Perspektive geschrieben, als ich sehr jung war, am Abgrund von Allem was noch kommen sollte. Ich habe jahrelang auf den richtigen Zeitpunkt gewartet um diese Songs zu veröffentlichen. Die Zeit ist jetzt,“ verrät NAHKO BEAR.

Somit erwartet einen nicht der großflächige Sound, den man von MEDICINE FOR THE PEOPLE gewohnt ist. Es sind kleine Songwriterperlen, die irgendwo die Luft und Atmosphäre von Sommer, Hawai und Lousiana atmen. Zwischendurch gibt es immer wieder gesprochene Interludes, die es für meinen Geschmack nicht gebraucht hätte. Unterm Strich bleiben dann zwölf Tracks, welche voll und ganz als Pop durchgehen. Im Video zur ersten Single, 'Dragonfly', schaut dann auch glatt mal die Tochter des King of Pop vorbei, um zu sehen wie der gute alte NAHKO das mit dem Pop so anstellt.

Wer sich mit dem Sound der Single anfreunden, der kann hier gefahrlos zugreifen. Wem in den letzten fünf Minuten allerdings bereits die Füße eingschlafen sind, der sollte lieber die Finger von "My Name Is Bear“ lassen. Beschwingter oder gar lauter geht es auf dem Album nämlich nur selten zur Sache. 'Be Here Now' hat noch ein paar Bläser im Gepäck, 'Goodnight, Sun' klingt nach Mardi Gras und zu 'Kirby, Joe' kann man genüßlich in der Hängematte schwelgen. Das war es dann schon mit den Highlights auf dem Album. Die zweite Albumhälfte zeigt sich dann entsprechend ruhiger ('Susanna', 'Hamakua') oder gibt sich deutlich experimentierfreudiger im Bezug auf den Sound ('Early Februar'), was aber irgendwie nicht richtig zünden will.

Als Fazit kann man NAHKO ein solides Pop-Album attestieren, was keinem Weh tut aber außer seinen bisherigen Fans auch kaum jemanden interessieren wird.

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'Dragonfly'

Album-VÖ: 20.10.2017