(Big Scary Monsters / AL!VE/ The Orchard)

Für jeden Musiker der etwas auf sich hält, gilt: kein Album zweimal machen. Dieses Motiv gilt auch für Ex-Reuben Frontmann JAMIE LANMAN. Der Musiker entfernt sich fast gänzlich vom Country und Thrash-Metal-Einschlag seines Debütalbums und veröffentlicht mit "Devolver" ein Album mit deutlich hörbaren Veränderungen.

„Ich wollte unbedingt ein kürzeres und prägnanteres Album, mit vielen digitalen Soundelementen und tanzbaren Rhythmen schreiben.“ informiert LENMAN über "Devolver". Das ist ihm auch gelungen. Und genau deswegen wird sich der ein oder andere Fan des 2013er Albums von LENMAN hier verwundert die Augen reiben. Die Trash-Metal Elemente wurden gänzlich verbannt und der Elektroanteil deutlich erhöht. Das funktioniert im einleitenden 'Hardbeat'', was auch ein passender Albumtitel gewesen wäre, zunächst hervorragend.

Darüber hinaus klingt "Devolver" sehr abwechslungsreich und versteckt unfassbar viele gute Songideen in den einzelnen Tracks. Das krachende 'Personal' geht dermaßen ins Ohr und klingt in meinen Ohren wie der beste Foo Fighters Track der letzten fünf Jahre. 'Body Popping' wählt wieder einen komplett differenten Ansatz und verschließt sich auch dem ein oder anderen elektronischen Schnick-Schnack nicht. Da das ebenfalls ganz wunderbar funktioniert, zeigt dies das schier übermäßig vorhandene Kreativpotential von LENMAN. Da verzeihe ich ihm auch das Interlude, da bin ich ja bekanntlich kein großer Freund von, 'Comfort Animal'.

Aber das ist mal wieder meckern auf allerhöchstem Niveau, denn auch die B-Seite von "Devolver" hält so viele Highlights bereit, die manche Künstler nicht mal in ihrer Gesamtkarriere zusammenbekommen. 'Hell In A Fast Car' und 'All Of England Is A City' marschieren stramm nach vorne, 'Bones' und 'I Don't Know Anything' sorgen für Abwechslung. Der abschließende Titeltrack zeugt nochmal von der besonderen Vielfältigkeit des Künstlers LENMAN. Hier verknüpft der Künstler nochmal alle Fäden des Albums zu einem beeindruckenden Monstertrack, der zwischen allen Genre-Stühlen sitzt und sich dabei pudelwohl fühlt. Stark!

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'Personal'

Album-VÖ: 27.10.2017