(Destiny Records/ Broken Silence)

Ein Sommeralbum im trüben Herbst? Für JAYA THE CAT aus Boston bzw. Amsterdam kein Problem, wie sie in der Vergangenheit wiederholt bewiesen haben. Ob ihr Konzept den perfekten Mix aus Reggae-Elementen, Punkrock-Gitarren und Ska-Einschüben zu kreieren auch bei Album Nr.6 aufgeht, wird jetzt näher beleuchtet. "A Good Day For The Damned" erscheint via Destiny Records. Zudem sind die Jungs aktuell auf Tour, um den lechzenden Fans ihr Live-Gewitter zu präsentieren (Dates siehe unten).

Soviel kann ich nach einmaligen Hören vom Einsteiger 'Wine Stained Futon' schon sagen: Der Song packt mich ungefähr gar nicht. Klar ist der super smooth, allerdings auch komplett belanglos und bleibt nur ein wenig in Erinnerung aufgrund des einzigartigen Gesangs von Frontmann Geoff Lagadec. Ansonsten keine Spannung, keine Melodie. Schade, weil ein Eröffnungssong eigentlich als Türöffner für alle kommenden Tracks dienen soll. Leider bleibt der Zugang erstmal verschlossen.

Auch 'A Rough Guide To The Future' kommt nicht so richtig aus den Puschen. Den Song schunkelt man so weg, kommt aber nie in die Versuchung dem Tanzbein mehr als ein Fußwippen zu entlocken. Die erwartete gereckte Faust, hält sich weiterhin am Bierbecher fest und zuckt erst etwas bei 'Sweet Eurotrash' - der zwar auch midtempo-mäßig vor sich hindrömmelt, allerdings einen feinen Refrain am Start hat. Sehr schönen sommerlichen Ska, der zur Entschleunigung im Alltag beitragen kann, hat 'Black Heart' an Bord. 'Huddersfield Rain' tritt auch endlich mal Arsch und lädt zum ausgelassenen Rumflippen ein - geht in Richtung Mad Caddies und macht enorm Spass.

Und als wenn auf einmal sämtliche Ketten gesprengt sind, hauen JAYA THE CAT mit 'Just Leave Me There' gleich den nächsten hitverdächtigen Track raus. Coole Background-Chöre, die dem Song die notwendige Energie mitgeben, runden sauber ab. Die Liebeserklärung an die Wahlheimat 'Amsterdam' fällt tanzbar aus und wirkt locker aus der Hüfte geschossen. Vertonte Entspanntheit ist wohl der Überbegriff, der für JAYA THE CAT gelten muss.

'Fucking In Love' ist wahrscheinlich genau dafür geschrieben worden - chilliger Rhythmus und keine Störgeräusche. 'Sunday Morning' kracht im Anschluss herein und hat im Chorus einen ziemlich zielsicheren Punkrock-Vibe dabei, der den Song ebenfalls in das obere Qualitätslevel hebt.

Die beiden Bonustracks ('Mad At You' & 'Drunk Balloon') auf der limitierten Edition hätten mal lieber auch die reguläre Ausgabe des Albums abgeschlossen, weil geil - so endet "A Good Day For The Damned" leidlich spannend und lädt nicht unbedingt dazu ein, die Repeat-Taste drücken zu wollen, denn der Titeltrack als auch 'The Streets Of Shoreditch' laufen direkt an mir vorbei ohne auch nur ein Fitzelchen hängenbleiben zu wollen.

Jaya_The_Cat_Photo_by_Svenja_Klemp

Jaya The Cat Photo by Svenja Klemp

Ich weiß nicht, was ich erwartet habe, aber ich fühle mich nach dem Anhören von "A Good Day For The Damned" eher suboptimal befriedigt. JAYA THE CAT sind eine der besten Live-Bands im Genre, allerdings konnten sie ihre Energie diesmal nicht zu 100% auf Tonträger bannen. Falls ihr die Scheibe kaufen wollt, besorgt Euch die Erstauflage mit den Bonussongs.

Tour 2017:

10.11. DE - Hamburg - Grünspan
11.11. DE - Berlin - BiNuu
13.11. DE - Münster - Sputnikhalle
14.11. DE - Hannover - Musikzentrum
15.11. DE - Leipzig - Felsenkeller
16.11. DE - München - Backstage
17.11. DE - Stuttgart - Hallschlag
14.12. DE - Bremen - Tower
15.12. DE - Kiel - Räucherei
16.12. DE - Köln - Live Music Hall
10.01. DE - Frankfurt - Nachtwerk

Album-VÖ: 17.11.2017