(UNFD)

Die aus Melbourne stammende Truppe VOID OF VISION präsentiert auf der aktuellen EP "Disturbia" ihre Version von Hardcore. Beschrieben wird das Ganze als brutales und unerbittliches Teil, welches auch Einflüsse des New-School-Hardcore verarbeitet. Was das bedeuten soll, erfahrt ihr nun.

Vier Songs haben es auf die EP geschafft und 'Spite' rotzt dir zum Einstieg gleich ordentlich in die Fresse. In anderthalb Minuten werden keine Gefangenen gemacht - energisch auf den Punkt geprügelt, etwas metallisch angehaucht und verdammt angepisst geshoutet.

'Ghost In The Machine' nimmt sich etwas mehr Zeit, hat zupackende Riffs in der Hinterhand, die druckvoll produziert sind. Für einen Hardcore-Song passiert relativ viel - es gibt minimale Keyboard-Flächen, die den clean gesungenen Part im Chorus strategisch vorbereiten. Dann folgen einige Breakdown-Sequenzen, die gut platziert wirken. Das im Anschluss folgende 'You Won't Bring Me Down' schlägt in eine ähnliche Kerbe, hat ebenfalls den Klargesang im Refrain, kann aber mit den Strophen mehr punkten, da in feinster Terror/ Hatebreed-Manier alles zerlegt wird, was bei drei nicht auf den Bäumen ist. 'Grey Area' schliesst sich als vertonter Hassbolzen nahtlos an, stört aber wieder mit überflüssigen Keyboard/Synthesizer-Elementen.

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Void Of Vision Photo courtesy of UNFD Records

Wenn VOID OF VISION sich beim Clean-Gesang etwas zurückgehalten und die nervigen Keyboard-Einsprengsel weggelassen hätten, würde "Disturbia" als Hardcore-Tipp von mir angepriesen werden - denn hier regiert Brutalität mit dem Händchen für handfeste Songstrukturen. Leider werden die durch den Einfluss des "New Schools" unnötigerweise gestört.

 

EP-VÖ: 10.11.2017