(Wirtz Musik/ Tonpool)

Im Jahr 2015 nahm Daniel WIRTZ an der TV-Show "Sing meinen Song" teil, daraufhin war der sympathische Frankfurter auf einmal in der gesamten Nation bekannt. Nicht nur das damals gerade neu veröffentlichte vierte Album schnellte in die Top 100, sondern tatsächlich wanderten direkt alle vier Langspieler in die Charts. Hier bei Gestromt hatte WIRTZ natürlich längst genügend neue Freunde gefunden, jedes Album wurde von einem neuen Redakteur unter die Lupe genommen und alle waren sie überzeugt einem starken Ausnahmekünstler zu lauschen. Um dieser Tradition treu zu bleiben, ist mit mir wieder ein neuer Autor am Werk, welcher sich davon überzeugen lassen will, warum alle von diesem Mann so angetan sind. Also ab in "Die Fünfte Dimension".

Bereits die Riffs welche 'Die Fünfte Dimension' einleiten sind sehr gelungen, aber sofort erkennt man was die wahre Stärke ist. Eine wirklich tolle Stimme und grandiose, tiefgründige Texte. Dazu wirklich geerdete rockige Klänge und man kommt nicht mal auf die Idee, dass sich WIRTZ nach dem TV-Erfolg auch nur irgendwem anbiedern will. Der Mann macht was er will und mit 'Wer Wir Waren' geht es ohne Umschweife hochkarätig weiter. Ein recht düsterer und zum Nachdenken anregender Text, treffen auf eine ohrwurmlastige Melodie. Mit seiner Stimme sorgt Daniel innerhalb weniger Sekunden für eine gehörige Gänsehaut.

Dass die Stimmmung im Gegensatz zum recht fröhlichen "Auf Die Plätze, Fertig, Los" diesmal, ähnlich den ersten Alben, wieder eher gedrückt daherkommt, wird relativ schnell klar. So ist auch 'Das Verheißene Glück' ein Stück, welches eher schwerer im Magen liegt. Aber wir hätten es wohl nicht mit WIRTZ zu tun, wenn man am Ende des Tunnels nicht stets die Hoffnung entdeckt. Ein weiterer Volltreffer also - und zwar genau so wie 'Gib Mich Nicht Auf', welches bereits vor einem Monat als Single veröffentlicht wurde. Diese Stimme, die zusätzliche Untermalung der Atmosphäre durch Streichinstrumente - für mich ist das einfach ein perfekter und sehr packender Song. Ein bisschen ruhiger wird es dem Titel entsprechend mit 'Entdeckung Der Langsamkeit'. Der Text ist einfach brandaktuell und spricht mir absolut aus der Seele. Es geht um die ständige Erreichbarkeit, der Sucht nach Social-Media und dass man sich einfach mal wieder auf die alten Werrte besinnen sollte. Also Handy ruhig mal einen Tag lang wegschließen und allen Stress vergessen. Vielleicht das wichtigste Lied auf dem ganzen Album und eine sehr schöne Ballade. Das man diese Botschaft jetzt nicht direkt mit dem nächsten rockigen Titel torpedieren sollte, versteht sich wohl von selbst.

Genau deswegen lebt 'Ich Bleibe Hier' nur durch die einfühlsame Stimme und sanfte ruhige Gitarrenklänge. Wirklich schöne Melancholie für die nun anstehende dunkle Jahreszeit. Nun aber ist erstmal genug die sentimale Seite ausgelebt und mit 'Liebe' wartet ein sehr schneller und mit nicht mal drei Minuten auch kurzer Song auf uns Hörer. Einfach ein geiles und energiegeladenes Stück Musik, dass wohl jeder nachvollziehen kann, der einmal verliebt war.

Ich gebe zu: 'Moment Für Die Ewigkeit' hat mich nicht sofort zu 100% erreicht, aber je öfter ich es angehört habe, desto mehr hat sich mir das Lied geöffnet. Wahrscheinlich war ich einfach noch von den sechs Hit an Hit-Vorgängern überwältigt. 'Warum Ich Dich Mag' ist ein Lied für alle Eltern und kommt passend zum "Kleinkindterror" sehr rotzig daher. Toller Text, tolle Botschaft und einfach nur klasse. Musikalisch ist auch 'Seelen' ein Volltreffer, aber auch hier muss man sich schon gezielt auf den Text konzentrieren, um das gesamte Potential zu erahnen. Für mich aber trotzdem schwächer als die anderen Titel auf "Die Fünfte Dimension". Eine Rückbesinnung auf die eigene Vergangenheit gibt es mit 'Bilder Von Damals' und wie unbeschwert man doch damals gelebt hat. Passend dazu übernehmen im letzten Drittel Kinder den Gesang, was die Wirkung des Liedes nochmal verstärkt.  Zum Abschluss gibt es mit '10 Jahre' noch mal schön Riffs der etwas härteren Gangart auf die Öhrchen und ein fetziges Solo gibt es gratis dazu. Dazu entlässt man uns in eine hoffnungsvolle Welt und zeigt uns, dass unser Leben doch einfach eine tolle Sache ist. Man muss es halt nur wissen richtig auszunutzen.

Tja der WIRTZ hat es ohne große Probleme geschafft auch den vierten Gestromt-Redakteur für ihn Feuer und Flamme werden zu lassen. "Die Fünfte Dimension" ist ganz locker eins der besten Alben des Jahres und beweist das Daniel ein wirklicher Ausnahmemusiker ist. Ohne Kompromisse werden wichtige Themen besungen, bei denen er quasi seine ganze Seele für uns offen darlegt. Dazu kommen sowohl eine grandiose und markante Stimme, als auch Melodien die sich gewaschen haben. Gerade die erste Hälfte liess mir kaum Luft zum Atmen. Nach hinten raus gab es zwar zwei bis drei Stücke, die mich nicht mehr komplett aus den Socken gehauen haben, aber das ist ja eigentlich auch ganz normal. Vor allem wenn man bedenkt auf was für einer emotionalen Ebene hier agiert wird. Daher wäre es hier auch unfair einen halben Blitz abzuziehen und die volle Wertung ist wirklich mehr als verdient.

Anspieltipps: 'Gib Mich Nicht Auf', 'Liebe', 'Entdeckung der Langsamkeit'

Album-VÖ: 17.11.2017