(Uncle M Music)

Manchmal fehlt es einfach an unterhaltsamen Platten, die nicht von vorne bis hinten durchkalkuliert sind oder ein hohes Anspruchsdenken an sich selbst stellen. Es darf auch mal "nur" Spass machen, das Hirn kann Pause machen und die Musik kann auf den Körper ohne Anstrengung wirken. Welche Alben mir dann immer sofort in den Sinn kommen, die die genannten Charaktereigenschaften inne haben ohne stumpf zu sein: "Mono" von Pyogenesis und das gleichnamige Debüt von Third Eye Blind. Völlig unkomplizierte und losgelöste Alternative-Rocker, die auf ganzer Linie für eine gute Stimmung sorgen.

Warum dieser Exkurs? Weil FLASH FORWARD aus dem Ruhrgebiet mit ihrem neuen Album "Revolt" in die Bresche springen und alle Tugenden vereint, die die erwähnten Beispiele so zeitlos gemacht haben und immer noch funktionieren lassen. Kein verkopfter Art-House-Bullshit, sondern Songs, die nach dem ersten Hören im Ohr festkleben. Lieder, die Catchyness und Power miteinander verbinden können und dennoch nicht als zu zuckersüß abgestempelt werden.

Hört einfach mal die ersten drei Songs am Stück durch - lasst es wirken ohne analysieren zu wollen. 'Heart Of Gold', 'Deadline' und 'Paralyzed' sind Paradebeispiele für die Fähigkeit des Trios, aus wenig Mitteln und tradioneller Instrumentierung das Bestmögliche herauszuholen. Natürlich werden hier keine Innovationspreise gewonnen, aber die Tracks sind so zusammengebaut, dass der Hitcharakter sofort erkennbar ist. Für Freunde von You Me At Six, Mallory Knox oder Kids In Glass Houses ist "Revolt" ein sicheres Ding. Wer dem Mainstream nicht abgeneigt ist, kann auch neuere Billy Talent hineininterpretieren.

FLASH FORWARD sind aber enorm authentisch und laufen somit gar nicht Gefahr als Plagiat abgestempelt zu werden. Sie haben es sich zwar im weiten Feld des poppigen Punks mit Alternative-Rock-Kante bequem gemacht, transportieren ihre Songs aber mit einem Charme, der keine Langeweile aufkommen lässt. Ein gutes Beispiel ist 'Perfectionist', der verdammt eingängig daherkommt, aber mit einem Augenzwinkern das richtige Maß an Ironie mitbringt (hör' ich da jemanden Michael Jackson flüstern?). Hört's euch an:

'Kickstart' und 'Lion' lassen mich an Emocore/Alternative-Bands wie Taking Back Sunday oder Armor For Sleep denken. Und so zieht sich das wie ein roter Faden durch das gesamte Album - jeder Track hat seine Entsprechung zu bekannten Referenzen - was aber gar nicht schlimm ist, weil FLASH FORWARD weit davon entfernt sind, irgendwas zu kopieren, sondern eher einen respektvollen Tribut zum Besten geben. Ich könnte auch noch die Namen Senses Fail und Story Of The Year in die Waagschale werfen, weil 'Payback', 'Old Enough' oder 'Recovering' die gleiche Qualität aufweisen wie die amerikanischen Kollegen.

Flash_Forward_Photo_courtesy_of_Uncle_M_Music

Flash Forward Photo courtesy of Uncle M Music

FLASH FORWARD haben mit ihren druckvollen Spiel, dem Händchen für zupackende Melodien und starke Refrains eines der absoluten Highlights im Punkrock/Alternative-Rock abgeliefert. Wenn ihr Entertainment braucht, besorgt euch "Revolt" - der Finger wird in der Luft sein, der Kopf mitnicken, das Tanzbein zucken und ein Lächeln im Gesicht den Rest der Endorphin-Ausschüttung erledigen.

https://shop.uncle-m.com/flash-forward-revolt-bundle.html?SID=cer65f385cfl65qf1b3ijthf32

FLASH FORWARD "Revolt" TOUR 2018:
 
12.01. DE - Oberhausen - Druckluft
13.01. DE - Karlsruhe - Substagecafé
14.01. DE - Trier - Exzellenzhaus
16.01. DE - Stuttgart - Keller Klub
17.01. DE - München - Backstage Club
19.01. DE - Leipzig - Pool Garden
20.01. DE - Braunschweig - B58
21.01. DE - Berlin - Cassiopeia
22.01. DE - Hamburg - Marx
24.01. DE - Wiesbaden - Schlachthof
25.01. DE - Münster - Sputnik Café
26.01. DE - Köln - Tsunami Club
27.01. DE - Kaiserslautern - Kammgarn - Cotton Club
 

Album-VÖ: 24.11.2017