Die EMIL BULLS touren nun schon über 20 Jahre durch Deutschland und haben dabei auch schon sehr oft in Hannover halt gemacht. Nun war es in dieser langen Zeit aber das erste Mal, dass ein Konzert in eben dieser Stadt auch ausverkauft war. Man kann also sagen, dass sich die Band diesen Erfolg ordentlich erarbeitet hat. Mit dem aktuellen Album "Kill Your Demons" ging es also auf die gleichnamige Tour. Mit dabei waren auch die zwei deutschen Bands GRIZZLY und VITJA.

Und vor allem GRIZZLY hätte ich mir echt gerne angeguckt, aber es kam mal wieder alles anders. Auf Grund der katastrophalen Parksituation rund um das Musikzentrum, kam ich erst gegen 20.10 Uhr rein. Beginn war laut Veranstalter um 20 Uhr. Schade, dass diese Information mal wieder nicht stimmte. Die Band war schon durch und die Bühne wurde für VITJA umgebaut. In der heutigen Zeit sollte es doch echt nicht schwer sein, veränderte Starttermine noch den Besuchern mitteilen zu können. Außerdem war es kalt draußen, also wollte ich wenigstens schnell noch die dicke Winterjacke zur Garderobe bringen. Ging aber auch nicht mehr, da diese bereits wegen Überfüllung geschlossen war. Ein guter Start in ein Konzert sieht sicherlich anders aus.

Gegen 20.20 Uhr kamen dann auch direkt VITJA für ihre knapp 40 minütige Show auf die Bühne. Ich habe die Band nun bereits dreimal im Kusikzentrum gesehen und jedes Mal kämpfen sie verzweifelt damit die Masse anzuheizen. Es werden Crowdsufer gefordert und niemand surft los, ein dicker Pit soll entstehen, aber es gibt eher Anstandspogo. Ja, diese Band hat es in Hannover echt nicht leicht. Sänger David Beule meint schließlich auch zum Publikum, dass er erkannt hat, dass es ein sehr gemächliches ist und man vielleicht deswegen immerhin bei der Ballade die Feuerzeuge rausholen könne. Die Show ist aber astrein gespielt und die Jungs haben ordentlich Elan mitgebracht. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass Hannover sicherlich nicht ihr liebster Ort zum Spielen ist. Am Ende des kompletten Abends wird dann auch für GRIZZLY nochmal lautstark applaudiert und geschrien und bei dem Applaus für VITJA wird es deutlich leiser.

Es wird dann wieder ein Vorhang vor die Bühne gehängt und alles für den Auftritt der EMIL BULLS vorbereitet. Die ersten Töne von 'Kill Your Demons' laufen noch hinter dem Vorhang und mit dem Einsetzen des Gesangs fällt endlich der Schleier und die Menge rastet aus. Der Opening-Track des aktuellen Albums ist auch ein sehr guter Opener für ein Konzert. Und zum Glück macht man ohne Pause auch direkt mit 'The Ninth Wave' weiter. Es folgen dann allerdings auch sehr viele ältere Songs und obwohl die Tour nach dem aktuellen Album betitelt ist, werden leider verhältnismäßig wenig Songs von diesem gespielt. Lediglich 'Levels and Scales', 'Mt Madness', 'Euphoria' und 'Winterblood' sollen noch an diesem Abend erklingen, wenn es um aktuelles Material geht. Dabei werden sogar auch sechs Lieder vom Vorgängeralbum "Sacrifice To Venus" zum Besten gegeben, also genau so viele wie von "Kill Your Demons". Sonst gibt es natürlich eine Ladung Klassiker aus der sehr langen Bandgeschichte. Für mich persönlich ist es aber sehr schade, dass von meinem Album des Jahres nur so wenig Lieder gespielt worden sind. Grade 'Gone Dark' und 'In Any Case Maybe' hatte ich eigentlich als Pflichttitel auf der Liste. So arbeitet man sich halt von einem Klassiker zum Nächsten und geht dabei auf Nummer sicher, dass jeder Fan genügend Material was er liebt zu hören bekommt. Und im Endeffekt wirkt das zu Anfang angekündigte "Wir wollen mal testen wie euch die neuen Lieder so live gefallen", auch nur wie ein vorsichtiges Herantasten an neues Material. Stattdessen kriegt man das Material, wo sich die Band sicher sein kann, dass das Publikum dazu richtig abgeht. Die Stimmung ist natürlich sehr ausgelassen, wenn ich auch schon Konzerte erlebt habe, wo das Publikum deutlich lauter und wilder war. Die EMIL BULLS geben aber auf jeden Fall alles und spendieren den Fans auch gleich zwei Mal je drei Lieder als Zugabe. Außer an der mir bitter aufgestoßenen Setlist gab es da echt nichts zu meckern.

So war es für alle Anwesenden am Ende sicherlich ein heißer Winterabend. Ich persönlich hoffe jetzt einfach, dass dieses starke Album vielleicht auch noch mal ein paar Shows erhält, die es mehr zu würdigen wissen. Für eine "Kill Your Demons" Tour, war das nämlich schon etwas enttäuschend.