(Gunner Records/ Broken Silence)

BUNDLES aus Boston wurden Ende des vergangenen Monats als Neuentdeckung beim Visions Magazin vorgestellt mit dem Hinweis, dass die Jungs "Punkrock fürs Herz wie Hot Water Music" zocken. Ich kann nachvollziehen, dass der erdige, raue Gesang eine Assoziation zu den Gainesville-Helden weckt, aber musikalisch haben BUNDLES einen etwas anderen Ansatz - auch wenn die Genrebezeichnung natürlich stimmt.

Ihre Debüt-Platte "Deaf Dogs" wird über das Bremer DIY-Label Gunner Records vertrieben und Anfang nächsten Jahres die ein oder anderen Ohren schlackern lassen. Denn der hier gebotene Punkrock ist präzise, schnell und hat aber trotzdem genug Dreck unter den Fingernägeln, um nicht in der Belanglosigkeit zu enden.

Gebt Euch mal vorurteilsfrei die ersten drei Songs ('Lorem Ipsum', 'The Commonwealth' und 'TKC') und vielleicht staunt ihr wie ich über den kompromisslosen Sound, der dennoch soviel Spass verbreitet, dass man Bock verspürt, "Deaf Dogs" mindestens ein dutzendmal im Player kreisen zu lassen. Hier werden Fans von Pears, Sciatic Nerve oder aggressiven The Falcon bestens bedient.

Und munter geht's weiter - 'The State Of Seattle' oder 'Robots Of The Uncanny Valley' seien mal als Beispiele herangezogen, treffen aber auf jeden Track der BUNDLES zu: Sie zocken, weil sie Bock haben, ihre Ideen in Kompositionen zu packen. Das diese weit davon entfernt sind perfekt zu klingen, macht das Ganze noch sympathischer. Die ab und an wegbrechende Gesangsstimme zeigt den Live-Charakter bei der Produktion. Und Auge in Auge mit der Band in einem verschwitzen Kellerclub machen die Songs bestimmt mindestens doppelt soviel Spass.

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Bundles Photo by Sam Dahlstedt Photography

BUNDLES können sich sicher einige Fans erspielen. Und wer sich mit der Platte "Deaf Dogs" beschäftigt, hat die Gewissheit, dass er ein Produkt in Händen hält, in dem immens viel Herzblut, Energie und Authentizität steckt.

Album-VÖ: 19.01.2018