(Halern Pop/ Rough Trade)

Gibt es den perfekten Pop-Song? Oder vielmehr: Den perfekten Indie-PopSong? Und was muss dieser für Attribute mitbringen? Melodien, die sich im Gehörgang festsaugen. Gitarren, die sich einschmeicheln, ohne zu kitschig zu sein. Ein Gesang, der einen den Alltag vergessen lässt und einen abholt, ohne dass man es merkt. SOMEDAY JACOB aus Bremen versuchen mit ihrem dritten Album "Everybody Knows Something Good" eine Formel zu kreieren, um klanglich wohltuende Kompositionen zu schaffen, die dennoch entdeckt werden wollen. Dafür wurde sich internationale Hilfe in Person von Ryan Hewitt (The Avett Brothers, Johnny Cash) geholt.

Um es vorweg zu nehmen: SOMEDAY JACOB haben mittlerweile einen internationalen Standard erreicht und dürften in Szenekreisen in einem Atemzug mit Okkervil River, Wintersleep, The Decemberists oder Band Of Horses genannt werden.

"Everybody Knows Something Good" hat nicht nur einen lebensbejahenden Albumtitel, sondern versprüht durchweg Positivität, selbst wenn der Song mal melancholisch und ruhig klingt ('Hide Within You' und 'Sorrow And A Song' seien mal als Beispiele aufgeführt). Richtig ausbrechen tut ohnehin kein einziger Track - hier wird eher der entspannte Groove einer Nashville-Band quasi zelebriert.

'Better Than This' oder 'Hands Of Love' zeigen das Können und die Liebe der Band zum ur-amerikanischen country-infizierten Sound, der mit spannenden Elementen der Indie-Gitarren-Einflüsse oben erwähnter Bands kombiniert wird.

Someday_Jacob_Photo_courtesy_of_Haldern_Pop

Someday Jacob Photo courtesy of Haldern Pop

In der richtigen Stimmung ist "Everybody Knows Something Good" das perfekte Mittel, um runterzukommen und sich einen schönen Abend mit Kopfhörern und einem Glas Wein zu machen. Dies ist allerdings kein Album für alle Lebenslagen, dafür ist es zu unspektakulär und nett (im wahren Sinn des Wortes). SOMEDAY JACOB sollte man aber auf dem Zettel haben.

 

Album-VÖ: 08.12.2017