(Rise Records)

CANE HILL kamen mit ihrem "Smile" 2016 überraschend über mich und zogen mir einen schönen Scheitel. Das Album bretterte als fieser Bastard aus älteren Slipknot (bei 'Ugly Model Manequin', sogar mit "Klonks" auf Ölfässer), Amen (Von der gesamten rotzigen Intensität), Korn (besonders in 'St. Veronica' und 'You're So Wonderful') und Marilyn Manson-Einflüssen über uns herein. Und den Namen entlieh man sich... passenderweise... von einer verlassenen Psychiatrie aus dem UK. Klischee erfüllt. Aber: New Metal ist seit einiger Zeit zurück und hier, um zu bleiben. Würde mir gefallen! 

Und das Quartett aus Louisiana, Elijah Witt [vocals], James Barnett [guitar], Ryan Henriquez [bass], und Devin Clark [drums] tat einiges, um sich in unser Langzeitgedächtnis zu zementieren, allen voran Shouter Witt, der Corey Taylor sehr nah kommt und den Jekyll and Hyde-Stil schon recht perfektioniert hat. 

Was kann denn nun die neue Langrille?

Man höre nur mal den Opener des Albums "Smile", 'MGGDA'. Eine musikalische Arschversohlung in 2:49 Minuten. So wie auch der Rest der Scheibe. Beachtlich, welche Wand dieses Quartett fahren konnte/kann. Bei 'True Love' sogar mit Einflüssen von Die Schweisser, die damals das berühmte verzerrte Saxophon (Zum Vergleich: 'Eisenkopf', bei 2:14 Minuten mal reinhören) verwendeten. Und wenn man denkt, "Smile" war das Debüt? Nööt, man legte 2015 bereits mit "Cane Hill" brutal vor. 

"Too Far Gone" kommt übrigens rechtzeitig zur Tour mit Motionless In White, die in den nächsten Wochen zu uns kommt.

Die Termine:

02.02.2018: Hamburg - Logo
06.02.2018: Berlin - Musik & Frieden
07.02.2018: Köln - Luxor

 

Der Effekt des verzerrten Saxophons kommt auch im Opener und Titelsong 'Too Far Gone' wieder vor. Verdammt... ich bin kein Gitarrist... wie machen die Jungs das? Echt untypisch und charakteristisch. Der Song geht gut nach vorne, der Anfang ist gemacht. 

Der zweite Song ('Lord Of Flies') ist mir etwas zu belanglos, hier hätte das Tempo gesteigert werden müssen. Nachlegen, wie auf dem Vorgänger oder dem Debüt. PaffPaffPAff... dem Gegner weiterhin ordentlich eine mitgeben. Wobei der Song alles andere als schlecht ist. Aber "Smile" hatte die "Latte des Wahnsinns" ordentlich hoch angelegt.

CANE HILL by Anna Lee Media

'Singing In The Swamp' hätte weiter nach hinten auf das Album gemusst. Das Stück nimmt das Tempo weiter raus, wird in der Bridge zwar wieder flotter, kommt aber größtenteils nicht über langsameres Midtempo hinaus. 

'Erased' ist auch sehr laidback und transportiert cleanen und emotionalem Verträumt-Gesang, bricht ab und an zwar aus und marschiert weiter, ist aber auch als Song Vier eher deplatziert.

Leute, was für Stolpersteine habt ihr euch denn hier selbst gelegt? Oder ist das noch nicht die finale Reihenfolge?

'Why' bewegt sich in gedrosselten Korn-Gefilden. Guter Song, aber auch etwas zahnlos, etwas zu anbiedernd. 

'It Follows' ist dann schon wieder angepisstere Korn, es wird im Midtempo gestampft, wird auch Zeit. Und dann die lang erwartete Explosion: 'Scumbag' brettert los, wie ein Opener losbrettern müsste. Marke "Erst Mal den Claim abstecken, dann werden die Details besprochen". "Rise, Rise"... schon kann man mitshouten! In knapp unter zwei Minuten ist alles gesagt. '10 Cents' kloppt dann noch mal in die ähnliche Kerbe.

Jungs, das Album ist gleich zu Ende, warum habt ihr nicht vorher schon so Gas gegeben?

'The End' macht dann den Sack zu. "The End is the End..." Ja, klar... Stimmungsvoll, aber von dem Strickmuster hatten wir schon einiges auf diesem Album.

"Too Far Gone" liefert keine Totalausfälle, aber spielt leider nicht auf dem hohen Niveau des Vorgängers. Klar, dass sich eine Band entwickelt, vermutlich auch immer näher in Richtung Mainstream, aber hier ist zuviel enthalten, was nicht 100%ig überzeugt. Und die Abfolge ist nicht homogen. Schade! Für Fans des Genres/der genannten Bands aber zu empfehlen!

Album-VÖ: 19.01.2018