( eONE/ Lifeblood,Inc/ SPV)

Ich schicke mal ein Zitat der Promotion-Firma vorneweg, um zu erklären, warum ich mich eigentlich auf die Rezension zum heute erscheinenden Album "Crystal Death" der australischen EARTH CALLER gefreut habe - und das geht so:

"Die fünf Mannen aus Melbourne kombinieren den Hardcore-Spirit von Bands wie First Blood, Terror und Madball mit moderneren Sounds aus dem Metalcore. Vor Punk Melodien in Richtung NOFX und Bad Religion wird ebenfalls nicht zurückgeschreckt."

Nachdem ich mich von den ersten vier Songs habe überrollen lassen, muss ich sagen, dass ich referenziell null komma nix aus dem genannten Zitat erkennen kann. 'Pipe Dreams', 'Sucka' oder 'Exposed' beweisen zwar durchaus ein großes Talent für spannende Metalcore-Strukturen und sie müssen sich nicht hinter Landsmänner wie Hellions oder I Killed The Prom Queen verstecken, allerdings sind die Songs auch nicht so spektakulär, dass man vor Freude einen Purzelbaum schlagen müsste.

Die beiden Tracks, die mit Gastsängerinnen aufwarten können ('Fall' und 'Hold On') fallen positiv in Bezug auf Eingängigkeit auf und verführen zumindest dazu "Crystal Death" mehr als einmal hören zu wollen - ob die Jungs aus dem unübersichtlichen Wust von Metalcore-Bands bewusst wahrgenommen werden, sei mal dahingestellt. Ich denke eher, dass sie Menschen ins Auge springen, weil sie als "Bands, die ähnlich klingen" bei Spotify vorgeschlagen werden.

Das Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden und Songs wie z.B. 'No Forgiveness', 'A Ghost' oder 'Never In Never Around' ballern auch gut rein. Wenn jemand noch Platz in seinem Plattenschrank hat und dem Ansatz von Melodien nicht gänzlich abgeneigt ist, könnte sich "Crystal Death" ohne zu zögern zulegen und wird nicht enttäuscht werden.

Earth_Caller_Photo_courtesy_of_eOne

Earth Caller Photo courtesy of eOne

Meine Erwartungshaltung war eine andere, deshalb hält sich meine Begeisterung nach dem Hören der Scheibe etwas in Grenzen. Aber man muss EARTH CALLER zugestehen, dass sie mit "Crystal Death" ein Album veröffentlichen, welches perfekt auf die Metalcore-Zielgruppe zugeschnitten ist und sogar mit der ein oder anderen überraschenden Spielerei aufwarten kann.

Album-VÖ: 19.01.2018