(Ryl Nkr Recordings/ Rough Trade)

Das mittlerweile dritte Album (deswegen "III") des Smoke Blow-Vorstehers Daniel Geiger aka Jack Letten. Seine Solowerke firmieren unter dem Pseudonym ERIK COHEN und können unter dem Oberbegriff Deutsch-Rock laufen. Da diese Bezeichnung immer einen faden Beigeschmack hat, ist es einfach verdammter ROCK, der durch ERIK COHENs Gesang seinen unverwechselbaren Touch erhält.

ERIK COHEN verkörpert den hohen Norden der Republik wie kein Zweiter. Man hat bei Nennung des Namens sofort Assoziationen wie windgepeitschte See, Schifffahrt und Fischbrötchen ( 😉 ) im Kopf. Musikalisch gibt es eine Mischung aus dem guten alten skandinavischen Schweinerock der Gluecifer, The Hellacopters, Sator-Ära und wunderbar trockenen Rock 'n Roll, der die Südstaaten der US of A repräsentiert.

Textlich ist das sehr pathosbeladen, aber es passt überraschenderweise wie Arsch auf Eimer und macht stellenweise Laune. Die Lyrics brauchen also nicht überbewertet werden, um sich nicht den Spass an der Scheibe nehmen zu lassen.

'Mexikanische Lieder' und 'Sonne' rockern gut los und tragen das Herz auf der Zunge. Man merkt ERIK COHEN an, dass er seinen "Job" liebt und mit viel Überzeugung zu Werke geht. 'Fährwolf' und 'Fehmarn' im Anschluss gehen dann teilweise in Gefilde, die mich an einen rockigen Peter Maffay denken lassen. Etwas strange - muss man mögen. Mein subjektives Sympathie-Pendel steht im Prinzip still - ich finde es interessant, wie ERIK COHEN es schafft den deutschen Danko Jones zu geben (siehe 'Gladiator', 'Belphegor' oder 'Hart Am Overkill'), aber es erreicht mich emotional null. Da Musikhören aber im besten Fall irgendein Gefühl hervorrufen soll, ist meine Einschätzung für "III" eher pragmatisch/nüchtern.

Erik_Cohen_Photo_by_Frank_Peter

Erik Cohen Photo by Frank Peter

ERIK COHEN zementiert seinen Ruf als cooler "Lonesome Wolf", der mit einer stylishen Rock-Attitüde spielt und Songs kreiert, die die Seemanns-Lieder 2.0 sind. "III" dürfte allen Fans gefallen, es wird aber schwierig werden neue zu akquirieren.

Album-VÖ: 26.01.2018