(Domino / GoodToGo)

Klären wir zunächst die Personalien auf "Always Ascending". Denn mit Album Nr.5 beginnt bei FRANZ FERDINAND das Stühlerücken. Gitarrist Nick McCarthy verabschiedet sich in die Familienzeit, Julian Corrie (Keys) und Dino Bardot (Gitarre) schließen die Lücke. Als Produzent konnten die Mannen um Bandchef Alex Kapranos niemand geringeres als Philippe Zdar gewinnen, der bereits den Indie von Cassius und Phoenix tanzbar gemacht hat. Jetzt stellt sich die Frage, ob diese Kombination so stimmig ist, wie man vermuten darf.
„Diese Platte sollte anders klingen als alles, was wir je zuvor gemacht haben“ geben FRANZ FERDINAND zu Protokoll. Der Einstieg in die Platte hört sich mit dem Titeltrack 'Always Ascending' dann auch in der Tat anders an. Nach dem knapp 90 sekündigen Intro, ist der Song zwar klar als FRANZ FERDINAND Nummer zu identifizieren, dennoch wirkt der Song irgendwie getrieben und ziellos.

Es geht weiter mit 'Lazy Boy', welchen ich vor allem aufgrund seiner absolut dämlichen Lyrics keine längere Haltbarkeit prophezeie. Spätestens mit Album Nr.6 wird sich diese Nummer wieder aus den Setlisten der Band verabschieden. Dabei ist das verwendete Riff noch halbwegs in Ordnung, aber wer singt bitte so etwas wie: "I'm a lazy boy / Yes, a lazy boy / Lazy in the morning boy / I'm a lazy boy / Yes, a lazy boy / Lazy in the evening boy."

'Paper Cages' bietet Neu-Bandmember Julian Corrie anschließend eine Spielwiese. Der Song wirkt sehr zurückgenommen und entspannt. Vielleicht auch Zdars Einfluss, die Nummer könnte ich mir nämlich auch auf einem Phoenix Album vorstellen. In Teilen trifft dies auch auf 'Finally' zu und spätestens zu diesem Zeitpunkt wächst in einem der Wunsch heran, das die Glasgower jetzt mal die Rockgitarren aus dem Wandschrank holen. Das halbe Album ist um und mir schlafen fast die Füße ein. Doch auch auf 'Lois Lane' haut man erst in den letzten dreißig Sekunden in die Saiten. 'Huck And Jim' weiß hingegen zu Gefallen. Hier gelingt der Band ein ganz seltenes Kunsstück, der Track ist nämlich sowohl eingängig, als auch unvorhersehbar. 'Glimpse Of Love' geht ebenfalls ganz wunderbar ins Ohr und vereint die alten Stärken der Band mit den prägnanten Synthimelodien, welche auf dem gesamten Album zum tragen kommen. Instrumental noch breiter hat man sich bei 'Feel The Love Go' aufgestellt. Synthie, Saxophon, treibender Beat – die Wiederbelebung der Indiedisco scheint möglich. Zum Abschluss gibt es das herzzerreißende 'Slow Don’t Kill Me Slow', welches nochmal klar macht, dass FRANZ FERDINAND eigentlich schon immer Balladen konnten.

"Always Ascending" hat durchaus seine gelungenen Momente, die finden sich aber vor allem in der zweiten Albumhälfte. Man benötigt also etwas Durchhaltevermögen. Ich persönlich hätte mir vor allem etwas mehr Gitarrenlärm gewünscht.

Im März stellt die Band ihr neues Album live auf die Bühne:
Franz Ferdinand - TOUR 2018
präsentiert wird die Tour von Rolling Stone, kulturnews, Vevo.
01.03.2018 Hamburg - Mehr! Theater
05.03.2018 Köln - Palladium
07.03.2018 Berlin - Tempodrom
12.03.2018 München – Tonhalle
22.-24.06.2018 Hurricane & Southside Festival

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'Slow Don’t Kill Me Slow'

Album-VÖ: 09.02.2018