(Vaultroom Records / Cargo)

Ich mag kostümierte Bands. Wenn die Musik stimmt, dann ist die Optik das Sahnehäubchen. Mushroomhead, Mudvayne, Slipknot, Ghost, alles Bands, die sich um ihre Musik herum etwas Mysteriöses aufbauten. CYPECORE kommen zwar (bis auf einen Vertreter) ohne Masken aus, dafür haben ihre Anzüge allen bereits genannten Bands (okay, bis auf Ghost) einiges voraus. Thematisch augenscheinlich im Bereich Science Fiction angesiedelt und an Acts wie Starset und Celldweller erinnernd, hat man sich auch im Hinblick auf eine Story Gedanken gemacht:

"CYPECORE takes place in the year 2133. After World War III the human race got nearly exterminated by itself. Devastation. Major areas of the earth’s surface are contaminated with radiation. Synthetic bodyparts are absolutely essential for survival. High tech squads are fighting for resources. CYPECORE is the incarnation of this apocalyptic scenario. Their soundtrack is brutal, martial but still melodic. Heavy guitar riffs, mechanical double bass parts, unique sounding vocals, electronic elements and cinematic sound settings are the fuel for the CYPECORE machinery."

Hat man hier wohl etwas bei Fear Factory geschielt? Die "Angstfabrik" thematisierte den Kampf von Mensch gegen Maschine, lieferte damit quasi den Soundtrack zu Terminator, CYPECORE jetten eher auf der Cyborg-Symbiose-Welle und Filmen wie Elysium bis hin zum Blade Runner.

Aber auch musikalisch ist man nicht weit weg von Acts wie Fear Factory. CYPECORE mischen Melodic Death Metal (frühe In Flames, man höre nur 'Values Of Death') mit NeoThrash und Industrial. Stakatto-Riffsalven, mechanische Doublebass-Parts, auch mal Blastspeed-Attacken mit Schwarm-Riffing, aggressives Shouten, melodische (und stellenweise epische) Klar-Gesang-Einschübe. Dabei erinnert das Sprachrohr an eine Mischung aus Max und selige Sepultura-Zeiten ("Chaos A.D.") und Marco Aro (Face Down,The Haunted, The Resistance).

Foto von Gregor Dold und Sebastian Selg

Bereits die ersten Songs setzen sich im Gehörgang fest und erzeugen Ohrwürmer ('Dreamsmasher'). Über die gesamte Länge überraschen CYPECORE mit abwechslungsreicher Stilvielfalt, wobei die Musik natürlich auf die großen Vorbilder fußt und nicht gänzlich innovativ ist, ohne das jetzt herabwürdigen zu wollen. Vor meinem inneren Ohr blitzen Bands wie die Lost Souls auf, falls die noch jemand kennt. Ende der 90er haben die Schweden im Bereich NeoThrash gewildert. CYPECORE verstehen aber ihr Handwerk und liefern extrem kurzweilig ab, so dass man gleich noch mal auf Repeat schaltet.

Die Band aus Mannheim konnte übrigens bereits ohne Labelvertrag auf Festivals wie With Full Force, Wacken, Summerbreeze oder Rock Harz ihren Sci-Fi-Metal aufspielen.

"The Alliance" erschien am 16.02.2018 über Vaultroom Records (Cargo) und wird international veröffentlicht.

Auf Tour gibt es die Jungs hier zu sehen:

CYPECORE „THE ALLIANCE TOUR 2018“

01.03.2018 Frankfurt - Nachtleben
02.03.2018 Köln – Jungle Club
03.03.2018 München – Backstage Club
08.03.2018 Nürnberg – Z-Bau
09.03.2018 Berlin – Maze
10.03.2018 Hamburg – Logo
17.03.2018 Pwllheli (UK) HAMMERFEST
07.04.2018 Heidelberg – Halle02

Album-VÖ: 16.02.2018