(Rough Trade/Finetunes)

In der Vita von ALL THE LUCK IN THE WORLD steht ein sensationelles Debütalbum und mit der Single 'Never' ein Radio und Werbe-Hit. Für das mit Spannung erwartete Zweitwerk hat man sich ausreichend Zeit genommen, so dass wir attestieren können: Ein Album das schief gehen musste, gelingt.

Diesen Freitag erscheint "A Blind Arcade", das zweite Album der irischen Indie-Folker ALL THE LUCK IN THE WORLD. Einen ersten Vorgeschmack bekam man bereits zum Ende des letzten Jahres, als mit der Single 'Golden October' die dreijährige Schaffenspause der Band ein Ende nahm. Der bittersüße Folksong machte einem dabei durchaus den Mund wässrig und Bock auf mehr:

Neben den ganzen üblichen Verdächtigen aus dem Folk-Refernzebands Kanon, Mumford and Sons, Fleet Foxes und Mighty Oaks, atmet das Album fast schon den Geist von Ben Howard. Die Produktion ist ein wenig breiter aufgestellt als noch beim Vorgänger. Dennoch erwartet einen nicht die befürchtete überproduzierte Scheibe. Ganz im Gegenteil. Der Sound wirkt zerbrechlich, melancholisch, bisweilen traurig, wie man am Opener 'Landmarks' überprüfen kann:

Ruhige Riffs, isolierter Gesang – die Formel geht die Band auf dem Album öfter mal durch, jedoch ohne sich zu wiederholen. Dennoch ist Ruhe ein zentrales Motiv. Scheinbar hat sich die Ruhe des abgelegenen Schuppens, der zum Studio umgebaut wurde, komplett in die DNA von "A Blind Arcade" übetragen lassen. Viele Songs der Platte bestechen so durch ihre vornehme Zurückhaltung. Und das obwohl man sich auch den Luxus leistet und sich ein paar Streicher mit an Bord holt ('Pages'; 'Starboard'). Hier läuft einfach alles eine Spur entspannter. Das führt zu einer sehr begrüßenswerten Entschleunigung.

Problematisch wird es höchstens wenn man auf der Such nach dem Hit Marke 'Never' ist. Denn diesen findet man auf "A Blind Arcade" einfach nicht. Am ehesten geht die Vorabsingle, und absoluter Anspieltipp, 'Contrails' noch in diese Richtung. Auch zu diesem Track hat die Band bereits ein Video erschaffen:

"Der Text handelt von den Leben der Menschen um uns herum: Wo überschneiden sich unsere Lebenslinien, wo gehen sie wieder auseinander, und wohin führen sie? Das Bild des Kondensstreifens ["Contrail"] kam uns, als wir auf dem Rückweg einer Tour am Flughafen saßen" erläuterte Ben Connolly den lyrischen Hintergrund des Songs.

Am Release-Wochenende spielen die Iren drei kostenlose Shows in Deutschland, ab April gehen sie auf ausgedehnte Tour.

Live: All The Luck In The World
22.02. Berlin - Baumhaus Bar (Eintritt frei)
23.02. Hamburg - Raum (Eintritt frei)
24.02. Rees-Haldern - Haldern Pop Bar (Eintritt frei)
08.04. Köln - Artheater
09.04. Zürich - Eldorado
10.04. München - Orangehouse
11.04. Wien - Fluc
13.04. Berlin - Badehaus Szimpla
14.04. Hamburg - Molotow

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'Contrails'

Album-VÖ: 23.02.2018