(Homebound Records)

Die Schotten COLD YEARS werden mit ihrer EP "Northern Blue" einen großen Schritt Richtung Bekannt- und Beliebtheit machen, denn die 4 Songs sind zwar wenig innovativ, haben aber soviel Charme und die richtigen referenziellen Brüder im Geiste (The Gaslight Anthem, 13 Crowes oder Banquets), dass es mit dem Teufel zugehen müsste, wenn hiermit nicht eine Initialzündung abgefeuert wird.

'Season' startet das kurze Vergnügen leichtfüßig ohne beliebig zu sein. Der angeraute Gesang verschmilzt mit dem catchy Midtempo-Sound und präsentiert einen Song, der dich das Whiskeyglas heben lässt. Der nachfolgende Track 'Miss You To Death' erinnert mich etwas an Armchair Martian und hinterlässt dieses angenehme Hörgefühl, der den Körper mit Emotionen flutet und die Härchen auf den Unterarmen aufstellt. Perfekter Sound zwischen Melancholie und Fäuste recken.

Während 'What I Lost' die Abzweigung Richtung Brian Fallon-Vehikel nimmt, ist der letzte Song ('Final Call') auf "Northern Blue" noch nachdenklicher und könnte auch The Hold Steady-Fanatics gefallen. Die gehäufte Nennung von Referenzbands soll aber bitte nicht darüber hinwegtäuschen, dass COLD YEARS ein wirklich erstaunliches Händchen für Melodien und einen erwachsenen Sound haben, der im Punkrock verwurzelt ist.

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Cold Years Photo courtesy of Homebound Records

Obwohl "Northern Blue" mittlerweile EP Nr. 3 von COLD YEARS ist, wird diese der Band endlich die maximale Aufmerksamkeit zuteil werden lassen, die das Quartett verdient hat. Feines Ding, kein Ausfall! Nun aber bald ein Album, Jungs!

EP-VÖ: 02.03.2018