(roaring disc records)

Die Gender-Debatte im Musikbusiness ist derzeit in vollem Gange. Mehr Frauen braucht das Land. Vor allem das Musikgeschäft. Da kommen LIEBE FRAU GESANGSVEREIN, mit ihrer Sängerin Ricarda Giefer, scheinbar genau zum richtigen Zeitpunkt mit ihrem Debütalbum um die Ecke. Oder nicht?

Bei LIEBE FRAU GESANGSVEREIN handelt es sich um eine vierköpfigen Band aus Köln, die ihren Sound unter der Marke Deutschpunk an den Hörer bringen möchten. Unter die Arme gegriffen hat ihnen dabei kein geringerer als Produzentenlegende Kurt Ebelhäuser, welcher gerade einen Lauf zu haben scheint (Donots, Capitano).

Mit dem Wissen des Produzenten im Hinterkopf, kommen einem auch gleich musikalische Vergleiche zu Bands wie Pascow in den Sinn. Deren Niveau erreichen LIEBE FRAU GESANGSVEREIN auf "Nackt" allerdings zu keinem Zeitpunkt. Auch wenn sie im Opener 'Es Tut Mir Leid' mal richtig schön loslegen und das ganze vom Sound durchaus im krachenden Emo/Post-Punk zu verorten ist, irgendwie werde ich nicht warm mit der Band. Die Texte kriegen mich nicht und auch die Stimme von Sängerin Ricarda Giefer hält mich nicht bei der Stange. Eigentlich komisch, denn die Vorgänger Band von Sängerin Giefer, Karate Disco, kann ich mir eigentlich ganz gut anhören, wie ich dank Spotify schnell herausfinden konnte. Dabei ist der Sound und das Ziel von LIEBE FRAU GESANGSVEREIN eigentlich gar nicht so weit von der Karate Disco entfernt. Aber irgendwas passt hier nicht zusammen. Somit kein lupenreiner Hattrick für Produzent Ebelhäuser. Aber egal. Die nächste Torchance kommt bestimmt und dann muss der Ball wieder ins Tor. Gilt natürlich auch für LIEBE FRAU GESANGSVEREIN.

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'Lunapark'

Album-VÖ: 26.02.2018