(Heavy Psych/ Cargo Records)

Wenn man sich das Roster des italienischen Genre-Labels Heavy Psych Sounds anschaut, kann man sicher sein, dass es auch zukünftig kein Problem sein wird, spannende bis obskure Bands entdecken zu dürfen, die sich auf die Fahnen geschrieben haben, das weite Feld des 70's-Rock, Stoner, Fuzz und Psychedelic zu beackern.

KILLER BOOGIE bilden da keine Ausnahme, erst recht nicht, wenn man in Erfahrung gebracht hat, dass sich Labelboss Gabriele Fiori höchstselbst hauptverantwortlich als Sänger und Gitarrist zeigt. "Acid Cream" ist ihr mittlerweile zweites Album. Entsprechend dem Albumtitel geht es bewusstseinserweiternd mindestens vier Dekaden zurück in der Musikgeschichte.

'Superpusher 69' ist der drängende Einstieg zu 'Escape From Reality'. Dieser kann durch wahrlich oldschooliges Riffing und einem kurzen Intermezzo zur Mitte des Tracks ein Gefühl heraufbeschwören, welches damals nur mit chemischen Substanzen möglich war. Wenn dann die verzerrten Gitarrenläufe von 'Atomic Race' und 'Am I Daemon' aus den Boxen brechen, kommt der Gedanke an MC5 hoch, bei 'Let The Birds Fly'/ 'Dino-Sour' ist der bluesige Touch von Blue Cheer zu merken. KILLER BOOGIE haben sich nicht die schlechtesten Orientierungspunkte ausgesucht, um mit ihrer Interpretation auch aktuell zu faszinieren.

'Brother In Time' lässt den Gedanken zu, dass hier auch ein Fünckchen skandinavische Schule drinsteckt. Das Trio hat definitiv seine Passion gefunden und hat noch "Hits" der Marke 'The Day Of The Melted Ice Cream' in der Hinterhand. Mit dem Blues-Rocker 'I Wanna A Woman Like You' wird "Acid Cream" standesgemäß beendet.

Killer_Boogie_Photo_courtesy_of_Heavy_Psych

Killer Boogie Photo courtesy of Heavy Psych

KILLER BOOGIE haben jede Menge Ideen in "Acid Cream" verarbeitet - das Einzige was fehlt, ist der "Tritt in den Arsch", der dich dann aus eigenen Antrieb zwingt, sich in das Album reinzufuxen. Die Ansätze sind interessant, die Ausgestaltung aber zu wenig spannend. Innovation ist Magelware, wobei das Genre auch nicht mehr viel hergibt, weil alle Melodieabfolgen bereits auserzählt sind. Trotzdem hätte ein Schuß mehr Power die Begeisterungsfähigkeit erhöht.

Album-VÖ: 09.03.2018