(Big Scary Monsters)

Das Cover von "Everything Dies" ziert ein Herz, welches beide Gendersymbole miteinander verschmelzt. Gender-Dysphorie ist ein Thema der Platte und das bestimmende Thema im Leben von Frontrfrau Em Foster. Eine Sängerin die aus ihrem Herzen keine Mördergrube macht. Es wird persönlich.

„Das Thema des Albums ist eigentlich sehr positiv, denn jede einzelne beschissene Situation die wir während unseres Lebens erfahren, bietet uns immer noch ein Fünkchen Hoffnung. Wir müssen Kämpfen um weiterhin den Durchblick zu behalten, genau darum geht es auf “Everything Dies“. Es ist nicht einfach, es ist nicht schön und es ist nicht immer alleine oder überhaupt möglich. “Everything Dies“ handelt davon sich mit all dem herumzuschlagen.“ - Em Foster

NERVUS spielen einen Mix der rockigeren Sorte aus Emo-Punk, Pop und Alternative. Referenzbands finden sich u.a. in den wunderbaren Alkaline Trio, Hot Water Music oder - wie sollte es anders sein – Against Me.

Der Einstieg ins Album verläuft recht gemächlich. 'Congratulations' dreht erst zum Ende auf und setzt dank einem wunderbaren Backing-Gesang einen fiesen Ohrwurm in die Gehörgänge. 'Nobody Loses All The Time' kommt etwas zackiger daher. Auch hier fallen der sehr cleane Gesang und die treibenden Klaviermelodien auf. Beides entwickelt sich über die gesamte Albumlänge zum Trademark der Band. Und zum Songende nimmt die Band sehr gerne die Ausfahrt zum „Wohoo, Wohoo“-Hintergrundgesang.

Geschmackliche Ausfälle sucht man vergebens, ein guter Indikator, ob die Band etwas für einen ist, findet sich mit der Single 'It Follows':

Weitere Highlights in meinen Ohren: 'The Way Back', 'Fall Apart' und vor allem 'Medicine', welches einen schönen Jimmy Eat World Vibe in sich trägt.

Man muss dem Album eine paar Hördurchgänge geben, bis die treibenden Melodien ihr eigenes Leben entfalten, Charme haben die Songs. Der ist allerdings vergraben unter einer etwas konsensträchtigen Oberfläche.

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'Medicine'

Album-VÖ: 09.03.2018