(Rhino/ Warner Music)

Hö? Neues STONE TEMPLE PILOTS-Material? Das war meine, zugegebenermaßen simple, Reaktion als die News durch die sozialen Medien die Runde machte. Nachdem Scott Weiland (R.I.P.) 2013 "gekündigt" wurde und auch Chester Bennington (R.I.P.) die Segel 2015 gestrichen hatte, wurde ein aufwändiges Casting veranstaltet, um einen neuen Sänger zu finden. Als ob das nicht schon schräg genug wäre, haben sich die DeLeo-Brüder für Jeff Gutt entschieden, der bisher nur durch die zweimalige Teilnahme an der Show "The X Factor" aufgefallen war. Ob es nicht besser gewesen wäre, den Namen STONE TEMPLE PILOTS ruhen zu lassen und lieber unter dem Projekt Talk Show zu firmieren, wird das neue Album zeigen, welches selbstbetitelt ist (übrigens das zweite Mal in der Bandhistorie).

Im Übrigen kann hier auch mal die suboptimale Bemusterungspolitik des Labels erwähnt werden - es war anscheinend nicht möglich, kleinere Music-Blogs rechtzeitig vor (!) der Veröffentlichung Material zum rezensieren zukommen zu lassen, was eine Besprechung zu Zeiten von Spotify etc. irgendwie überflüssig macht, da sich heute jeder zeitnah einen Eindruck verschaffen kann ohne sich mit Informationen und Einschätzungen seitens musikbegeisterten Redakteuren auseinanderzusetzen.

Deswegen stelle ich mein Fazit zur Verfügung, werde mich aber hüten unnötige Energie in das Review zu stecken (normalerweise höre ich mir jeden Song mehrmals an, um mir eine möglichst objektive Meinung zu bilden, die ich im subjektiven Kontext fundiert begründen will).

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Stone Temple Pilots Photo by Michelle Shiers

Fazit: STONE TEMPLE PILOTS haben ein überraschend homogenes Album abgeliefert, was qualitativ etwas hinter den Großtaten eines Scott Weilands steht. Dennoch macht Jeff Gutt einen guten Job und hat teilweise eine ähnliche Stimmfärbung wie der verstorbene Mr. Weiland. Schöne Platte, die perfekt zwischen den Polen Alternative-Rock/ Heavy-Rock chargiert, melancholische Balladen bietet und bisweilen vereinzelte Grunge-Anleihen präsentiert.

Album-VÖ: 16.03.2018