(Mild Nervous Collpase Records/ Diger)

ÜBERTØS kommen aus Norwegen und bringen nun nach diversen Besetzungswechseln und Veränderung/Weiterentwicklung ihres Stils ihr neues Album "Shake Off" heraus. Mittlerweile fühlen sie sich im Garagen-Rock zuhause und lassen Einflüsse aus Rock 'n Roll, Indierock und der goldenen Dekade der 70er zu.

Das Album bringt 8 Songs mit und kommt damit auf eine ungefähre Spielzeit von einer halben Stunde - genau der richtige Zeitumfang, um sich mit einer Platte zu beschäftigen ohne seine Aufmerksamkeit zu verlieren, sofern die Musik auch interessant genug gestaltet ist.

'Night Riders' und 'Hot Damn Emmylou' eröffnen "Shake Off" und zeigen schonmal auf, dass viel um den Gesang von Frontfrau Charlotte M-A herumgebaut wurde - die Stimme ist auch das vorherrschende Pfund mit dem gewuchert wird. Die beiden erwähnten Tracks (und auch alles was folgt) haben eine atmosphärisch dichte Produktion und können mit ihrem, im Midtempo gehaltenen Kompositionen ganz gut unterhalten. Es wird selbstverständlich keine Innovationspreise hageln, aber dieser an Devo oder The Velvet Underground angelehnte Sound wird aktuell auch nicht allzu oft gezockt.

Bei 'Betty Jack' muss ich irgendwie an The Coors denken, während 'Lucinda' oder 'Help Me Rocky' die entspannten Songstrukturen von Boss Hog/ Jon Spencer Blues Explosion aufleben lässt. Mir fehlt etwas das Überraschungsmoment auf "Shake Off" - die Songs sind beileibe nicht schlecht, aber bleiben auch nicht unbedingt im Ohr kleben.

Übertøs_Photo_by_Christian_Misje

Übertøs Photo by Christian Misje

ÜBERTØS haben mit "Shake Off" eines dieser Alben geschrieben, die in keiner Jahresbestenliste auftauchen wird, aber gerne mal zwischendurch auf dem Plattenteller landet, da sie irgendwie zeitlos ist und als gute Alternative dient, sobald man unschlüssig ist, was man als nächstes Hören möchte.

Album-VÖ: 23.03.2018