(So Recordings/ Rough Trade)

Wie angenehm wäre es, wenn aus England neben glattpolierten Britpop und kratzigen Britrock auch noch lauter Brit-Indie kommen würde? Gewünscht, passiert! Das aus Brighton stammende Trio DEMOB HAPPY verknüpft die Tugenden des britischen Gitarren-Sounds mit krachigen Elementen aus Stoner, Grunge und Feedback-Indie der Sonic Youth-Schule. Kein Wunder, dass Frank Carter die Jungs als Support dabei haben wollte. Denn auf "Holy Doom" wird sich ausprobiert und konservativen Ideen finden gar nicht erst statt.

Der Einstieg 'Liar In Your Head' erinnert etwas an Alice In Chains in dreckig, während der nachfolgende Track 'Be Your Man' Beatles-Melodien mit Queens Of The Stone Age-Attitüde mixt. 'Loosen It' trägt das Slackertum von Beck in sich und 'I Wanna Leave (Alive)' z.B. rockt schön schräg neben der Spur und baut immens Energie auf (TAD - irgendwer?).

Es gibt aber auch diese nichtsagenden Titel wie 'Runnin' Around' oder den Titeltrack 'Holy Doom', die flirrend vor sich hin dümpeln, ohne im Geringsten für irgendeinen Spannungsaufbau zu sorgen. Es ist verdammt schade, dass es vereinzelte Abturner schaffen, die Dynamik des Albums fast vollständig auszubremsen. Nur der Qualität von weiteren Highlights wie 'Spinning Around' oder 'God's I've Seen' ist es zu verdanken, dass "Holy Doom" als ein Album im Gedächtnis haften bleibt, welches lohnt bisweilen aufgelegt zu werden, da es wirklich sehr spannende Songs enthält.

Demob_Happy_Photo_by_Old_Swiss

Demob Happy Photo by Old Swiss

DEMOB HAPPY werden keinen leichten Stand haben, da sie sich nicht eindeutig zu einem bestimmten Genre positionieren. Aber gerade dieser Umstand gibt "Holy Doom" den notwendigen Mehrwert. Nur Anhören wäre zu einfach - DEMOB HAPPY wollen entdeckt werden.

Album-VÖ: 23.03.2018