(M-Theory / Membran)


Mein erster Eindruck von THE ABSENCE und ihrem neuen Album "A Gift For The Obsessed" war mit schwerer Begeisterung gepaart. Bislang hatte ich (wie ich zu meiner Schande eingestehen muss) noch nichts von dieser Band gehört und mutmaßte ein Debütalbum dahinter. Nachdem ich mich nun in die Materie eingelesen habe, weiß ich, dass die Band lediglich lange Zeit pausiert hat und nun mit ihrem vierten Album und diversen Besetzungswechseln wieder am Start sind.


Die Herren stammen aus Florida, klingen aber eher, als würden sie aus irgendeinem Vorort von Göteborg kommen. Elchtod trifft hier auf progressiven Tech-Deathmetal. Eine durchweg gelungene Kombination, wie ich finde, die das Material ordentlich auflockert und ihm eine gewisse Eigenständigkeit verleiht. Dass man insgesamt durchaus auch mal einen musikalischen Blick nach links oder rechts macht, zeigt man auch durch die Wahl des Coversongs. Wie gesagt, zunächst habe ich wirklich nur die Scheibe in den Player geschoben und hatte nichts dazu gelesen, so dachte ich also auch zuerst „Oh, das klingt fast, als hätten sie von Suicidal Tendencies abgekupfert“. Ziemlich schnell klärte sich dann aber für mich auf, dass dies eine eigene Version von 'You Can´t Bring Me Down' ist. Unterstützt werden die Jungs dabei von Bjorn Strid von Soilwork. Sehr coole Nummer, aber: Bei weitem nicht der beste Song auf der Scheibe.


Nebst einer satten, recht klaren Produktion ist es auch der Gesang von Jamie Stewart, der etwas hervorsticht, denn der ist bei aller Brachialität jederzeit gut verständlich; nicht unbedingt alltäglich und unbedingt nachahmungswert.
Insgesamt hat mich die Scheibe, wenn man den fehlenden Eierkneifgesang nicht berücksichtigt, stark an Into Eternity erinnert, die ich ebenfalls immer schon geschätzt habe. Das besonders Schöne an dem Album ist, dass man mit jedem neuen Hördurchgang immer neue Facetten entdeckt, die sowohl Album als auch die einzelnen Songs bereichern.

Erwartet wie gesagt keinen typischen Florida-Death-Metal, aber erwartet auch keinen lupenreinen schwedischen Melodic-Death-Metal, sondern eher irgendwas in der Mitte bzw. leicht abseits davon stehend. THE ABSENCE spielen coole, mitreißende Songs, die auch für das Musikerohr einiges zu bieten haben. Unbedingt anchecken!

ALBUM-VÖ: 23.03.2018