(Eleven Seven Music / Membran)

ESCAPE THE FATE habe ich ein wenig aus den Ohren verloren. Begann die Band mit Metalcore, wandte man sich im Laufe der Zeit einer 80er Sleaze-Rock-Richtung zu und reicherte den Sound mit poppigen Hooks und Synthie-Balladen an. Eine Entwicklung, die nicht alle Fans mitgingen, dafür gewann man aber zahlreiche neue Anhänger dazu.

Würde man einem Nichteingeweihten einen Song vom Debüt "Dying Is Your Latest Fashion", gefolgt von 'Let Me Be' vom vorliegenden "I Am Human" nacheinander vorspielen... es würde keiner glauben, dass hier die selbe Kapelle aufspielt. Ich bin ja schon verblüfft, haha.

Letzteres Stück erinnert mich zudem irgendwie an Imagine Dragons, ohne jetzt wirklich viel von denen zu kennen... Die Band kam mir aber in den Sinn, als der Song begann. Im ersten Drittel des Albums zischten mir weiterhin desöfteren Fall Out Boy vor dem geistigen Auge vorbei. Das knappe erste Drittel ist auch leider etwas zu kurzweilig geraten, obwohl die Songs sich festsetzen wollen. Bis hierhin liefern ESCAPE THE FATE Musik, die man im Cabrio auf dem Weg nach Las Vegas (dort wohnt die Band) perfekt hören kann, ohne die Geschwindigkeit zu überschreiten.

'Do You Love Me' wird dann schon etwas aggressiver, der Song fetzt mehr und es gibt Sreams im Hintergrund. Ja, jetzt kommt Schmiss in die Mischung und man nimmt Fahrt auf. 'Digging My Own Grave' im letzten Drittel schmeisst im gleichen Stil ein paar mehr Kohlen ins Feuer, fährt ein flitzendes Solo auf, pendelt von Chören zu einem Aggro-Ausbruch und kommt stimmig und melodisch zum Ende. So eine Bandbreite habe ich zuletzt bei Blessed by A Broken Heart wahrgenommen.

'If Only' überrascht als Akustik-Ballade, die einen leicht folkpunkigen Einschlag aufweist. Der Peak ist erreicht, das Interesse mehr als geweckt.

Photo courtesy of Eleven Seven Music

'Resistance' erinnert mich vom Rhythmus an einen flotteren Marilyn Manson-Tanzflächengrower, der mit Ohrwurm-Hooks angereichert wurde. Eine wirklich große Stilvielfalt, die einem hier geboten wird.

Passend sagt das Info-Blättchen zum Album:

"Produziert wurde das Album von Grammy Award nominierten Produzenten Howard Benson (My Chemical Romance, Adam Lambert) und zeigt die Evolution des Escape The Fate Sounds der sie zurück zu ihren aufregenden Wurzeln bringt."

Sänger Craig Mabbitt unterschreibt die Aussage mit:

“We’re getting older, and we’re changing—so our music should change with us. At the same time, we rediscovered what made us who we are. I felt like I was 17-years-old again. I haven’t been this excited to release something since I first joined the band and we put out This War Is Ours.”

Kann man so abnicken, wobei nicht jeder der 14 Songs auf lange Sicht zündet (das erwähnte erste Drittel), man hätte zwei Stücke meiner Meinung nach weglassen können. Aber auch so macht das Album Spaß. Ich hole dann mal die letzten Scheiben nach!

Album-VÖ: 30.03.2018